Wie geht Ihr mit Erziehungsversuchen um?
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gestern hätte mich vor lauter Erziehungswahn fast ein Transporter umgefahren. Mich würde interessieren, wie Ihr mit solchen Situationen umgeht:
Ich fuhr auf einer zweispurigen Straße (pro
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01.06.2012, 12:21
Wie geht Ihr mit Erziehungsversuchen um?
#57

Zitat von
Epaminaidos
Die Straße wird von einem optionalen Radweg begleitet. Der Radweg ist nun wirklich in einem jämmerlichen Zustand: uralte Betonplatten, an den Einfahrten von Kopfsteinpflaster unterbrochen und recht schmal.
Das mit der Benutzungspflicht ist ja immer wieder Thema hier...
Wann ist ein Radweg unbenutzbar? Wer definiert das? Jeder für sich? Der eine will einen schnieke alphaltierten Radweg in 2m Breite, drunter benutzt er ihn nicht, der nächste gibt sich vielleicht auch schon mit weniger zufrieden.
So wie Du den Radweg beschreibst, scheint er benutzungspflichtig zu sein (blauer Lolli), aber der Zustand sagt Dir nicht zu. Nur weil die Betonplatten alt sind und stellenweise Kopfsteinpflaster drauf ist, ist er noch lange nicht unbenutzbar.
Ich meine hier im Forum kürzlich mal was gelesen zu haben, dass ein Radweg erst als unbenutzbar gilt, wenn Baustellen drauf sind, er nicht geräumt ist, viele große Schlaglöcher drin sind usw. So hört sich Deine Beschreibung aber nicht an.
Allerdings hat der LKW-Fahrer Dich trotzdem nicht so rüde zu behandeln und zu gefährden.
Was Ähnliches hatte ich letztes Jahr mal: Ich war in einer Kleinststadt unterwegs, kein Radweg, also auf der Straße. An einer Kreuzung habe ich mich rechts an den Autos vorbei geschlängelt. Kurz nach der Kreuzung kommt eine scharfe 90-Grad-Rechtskurve, wo's dann den Berg hochgeht. Da ist dann einer der Autofahrer, an denen ich mich vorher vorbeigeschlängelt hatte, so dicht an mir vorbei gefahren, dass er sich fast den Lack an meinen Pedalen zerkratzt hätte. Ob das ein Erziehungsversuch war oder einfach nur Blödheit, kann ich aber nicht sagen...
Natürlich habe ich mich kurz aufgeregt, aber da es dann gleich den Berg hochging, hat die Straße meine Wut abgebaut...
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01.06.2012, 13:42
Wie geht Ihr mit Erziehungsversuchen um?
#58

Zitat von
rolinux
So wie Du den Radweg beschreibst, scheint er benutzungspflichtig zu sein (blauer Lolli), aber der Zustand sagt Dir nicht zu.
Nein. Wie ich schon schrieb: Optionaler Radweg, also kein blaues Schild mit weißem Fahrrad davor.
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01.06.2012, 16:06
Wie geht Ihr mit Erziehungsversuchen um?
#59

Zitat von
rolinux
An einer Kreuzung habe ich mich rechts an den Autos vorbei geschlängelt. Kurz nach der Kreuzung kommt eine scharfe 90-Grad-Rechtskurve, wo's dann den Berg hochgeht.
wusstest du von dem Anstieg in der engen Kurve? Falls ja, hätte man sich vielleicht überlegen können, ob das vordrängeln/"vorbeischlängeln" unbedingt sein muss...aber irgendwie will der Hass der Autofahrer auf die Radfahrer ja auch geschürt werden, gell
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01.06.2012, 17:50
Wie geht Ihr mit Erziehungsversuchen um?
#60

Zitat von
absoluterbeginner

Zitat von
rolinux
An einer Kreuzung habe ich mich rechts an den Autos vorbei geschlängelt. Kurz nach der Kreuzung kommt eine scharfe 90-Grad-Rechtskurve, wo's dann den Berg hochgeht.
wusstest du von dem Anstieg in der engen Kurve? Falls ja, hätte man sich vielleicht überlegen können, ob das vordrängeln/"vorbeischlängeln" unbedingt sein muss...aber irgendwie will der Hass der Autofahrer auf die Radfahrer ja auch geschürt werden, gell

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Das ist doch harmlos. Viel häufiger sieht man doch das "vor der Kreuzung auf den Bürgersteig, über die grüne Fußgängerampel und nach der Kreuzung wieder auf die Straße"-Manöver.
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01.06.2012, 21:07
Wie geht Ihr mit Erziehungsversuchen um?
#61

Zitat von
Epaminaidos
Mich würde interessieren, wie Ihr mit solchen Situationen umgeht
meist übertrieben freundlich mit kusshand oder daumen hoch, so dass selbst der letzte idiot merkt, dass das ironisch gemeint ist und sich noch mehr ärgert als vorher 
viele grüße
axel
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02.06.2012, 00:32
Wie geht Ihr mit Erziehungsversuchen um?
#62
Erziehungsversuche- meine Meinung: so etwas gehört nicht auf die Straße und meistens beachte ich das überhaupt nicht bzw verhalte mich so, dass mir im Fall der Fälle kein Fehlverhalten nachgewiesen werden könnte. Ich würde z.B. nie auf die Idee kommen einen Autofahrer aus dem Fenster "rauszuziehen" wie es einmal Walter Röhrl in einem Interview in der FAZ beschrieben hat oder andere Kunsstücke wie Tür öffnen, Spiegel abtreten, auf die Scheibe spucken oder auch einen Passanten beschimpfen, der auf dem Radweg läuft etc.
Meistens ist das Kräfteverhältnis eh asymmetrisch und einer braust davon. Ich wette auch das die meisten ihre Gegenwehr vom Erscheinungsbild des Gegenüber abhängig machen. Also dem 2m schrank mit Zuschlag-Attitüde wird freundlich zugenickt, während man dem harmlosen Opi mal so richtig die meinung geigen kann.
Falls Nötigung ins Spiel kommt würde ich mir das Kennzeichen notieren und Anzeige erstatten, auch wenn es wahrscheinlich auf Aussage gegen Aussage hinausläuft. Ich denke wenn man die Nötiger so stellen kann wie der TO es an der nächsten Ampel tun konnte und ihm bestimmt mitteilt das man sich das Kennzeichen gemerkt hat und zur Polizei geht, wird der mehr darüber nachdenken, als wenn man ihn einfach anbrüllt.
Die meisten Verkehrsteilnehmer- egal ob im Auto, auf dem Rad oder zu Fuß- sind im übrigen friedlich unterwegs, dieses ganze Kampf auf den Straßen Gerede halte ich für Propaganda. Trotzdem muss man als Verkehrsteilnehmer ein dickes Fell haben und seine Aggressionen anders ausleben...
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02.06.2012, 22:57
Wie geht Ihr mit Erziehungsversuchen um?
#63

Zitat von
Alexey

Zitat von
Epaminaidos
Was macht Ihr in solchen Situationen?
Anzeige? Bringt das was?
Sonst irgendwelche Ideen?
Klarer Fall: Polizei, Anzeige. Der Kerl ist danach den Lappen erstmal los.
kommen wir doch bitte wieder zurück in die Realität. Dort, wo kein Autofahrer bei einem Anhörungsbogen ankreuzen wird: ja, ich gebe alle Vorwürfe zu.
Ohne Zeugen läuft hier (also in der Realität) leider gar-nichts.
Heute war hier in Hamburg Ausnahmezustand. Linke und Rechte mit Demos, unendlich viel Polizei. An jeder Kreuzung 2 Uniformierte.
Soweit, ungewöhnlich. Gewöhnlich wirds wieder, wenn die Radler bei rot über die Ampel donnern und an der Polizei vorbei, die ... na? genau: NICHTS macht.
Nichtmal ne popelige Verwarnung.
Ich hatte in der letzten Woche 2 positive Erlebnisse. Wurde 2x fast von einem Auto abgeschossen. Beide Fahrer haben sich ehrlich (!) entschuldigt und mehrmals beteuert, mich nicht gesehen zu haben. Hatte zwar weder mit totem Winkel noch mit meiner Geschwindigkeit zu tun, als vielmehr mit fehlendem Blick in den Rückspiegel.
Diese Beinahe-Unfälle werden den Fahrern wohl sicherlich mehr in den "Knochen" stecken als eine Verkehrserziehung von mir.
Wenn ich mit dem StadtRad der DB unterwegs bin, halte ich übrigens immer auf alle rechtsabbiegenden Autos, geisterradelnden Idioten und Radweglatscher zu. Ist ja nicht mein Bike :]
Klappt irgendwie besser als Gerede.
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04.06.2012, 03:52
Wie geht Ihr mit Erziehungsversuchen um?
#64

Zitat von
ENSI
Ich hatte in der letzten Woche 2 positive Erlebnisse. Wurde 2x fast von einem Auto abgeschossen. Beide Fahrer haben sich ehrlich (!) entschuldigt und mehrmals beteuert, mich nicht gesehen zu haben. Hatte zwar weder mit totem Winkel noch mit meiner Geschwindigkeit zu tun, als vielmehr mit fehlendem Blick in den Rückspiegel.
Diese Beinahe-Unfälle werden den Fahrern wohl sicherlich mehr in den "Knochen" stecken als eine Verkehrserziehung von mir.
Sowas ist mir vorgestern auch passiert, und zwar den Hügel abwärts mit 29 km/h im 7. (von 7) Gängen, halb aufrecht sitzend und mit 22 kg (zu Hause nachgewogen) Gepäck hinter mir auf dem nachgerüsteten Stevens-Träger (max. Load: 30 kg). Gerettet hat mich eine Vollbremsung, vorn mit der 26 Jahre alten Altenburger Synchron-Felgenbremse, bestückt mit verschleißfreudigem Gummi auf Westwood-Edelstahl (das bremst besser als man denkt, es müssen nur die richtigen Klötze sein), und hinten mit der viel geschmähten Rücktrittbremse. Dabei schätze ich, dass letztere auf Grund der Lastverhältnisse das meiste geleistet hat. Als der Autofahrer mich schließlich doch noch sah, bremste er ebenfalls voll und ich kam gerade noch einen halben Meter vor seiner Beifahrertür zum stehen.
Der ist auch ausgestiegen und hat sich bei mir entschuldigt. Genau das, was du auch beschreibst. Solche Leute gibt es noch, würde ich im Auto sicher auch machen, weil ich ja beide Seiten kenne.
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