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Ich bin dann mal weg (mit dem Fahrrad) - Vorbereitungen für einen Trip nach Bilbao

  1. Ich bin dann mal weg (mit dem Fahrrad) - Vorbereitungen für einen Trip nach Bilbao #1
    cyanno

    Ich bin dann mal weg (mit dem Fahrrad) - Vorbereitungen für einen Trip nach Bilbao

    Nachdem ich das ganze Jahr fleißig und regelmäßig trainiert habe, geht es am Freitag endlich los. Seit einige Monate habe ich fleißig trainiert (jeder 2.-ten Tag 45 min. Ergometer, abgewechselt mit Trips in der nähere Umgebung wie Erkrath, Belgien, Mönchengladbach etc. Also hoffe ich, diese Strecke ohne größere Probleme bewältigen zu können. Vorgesehen sind 12 bis 15 Tagen, dementsprechend ist dann auch mein Gepäck. Pro Tag rechnen ich mit ca. 8 Stunden im Sattel und 1 Stunde Mittagspause. Bei einer Abfahrt um ca. 9 Uhr morgens bleibt ab 18 Uhr noch genügend Zeit ein anständiges Hotel oder Pension zu finden.

    Mein Untergestell ist bei meinem freundlichen Fahrradladen in Krefeld (Zweirad Rundlauf) gewartet und für gut gefunden worden.

    Selbst habe ich noch etwas am Fahrrad gebastelt. Bereits seit 3 Jahren fahre ich meine Touren mit einem alten Navi (Aldi). Dafür habe ich einen Gleichrichter gebastelt, der vom Nabendynamo betrieben wird. Die von mir zusammengestellte Einheit ist aber nicht so perfekt. Wenn ich das Navi während des Fahrens anstelle, zieht sich den Akku doch langsam leer. Nur wenn das Navi aus ist, wird der Akku innerhalb von 1 bis 2 Stunden aufgeladen. Deshalb nehme ich immer zusätzlich noch ein vierer Akku-Pack mit.

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    Auf alle Touren, die ich bis jetzt unternommen habe, stand ich immer auf Kriegsfuß mit (der) den Gepäcktasche(n). Generell sind diese sehr umständlich anzubringen, extrem schwer abzunehmen (bestimmt nach lange Fahrten wenn die Finger nicht so wollen, abgesehen von dem Dreck) und dann sind die Taschen auch noch nicht genügend gesichert. So ist auf einen Waldweg mal eine Tasche runtergefallen. Das habe ich dann erst nach ca. 5 km bemerkt, dann zurückgefahren und Gott-sei –Dank auch wiedergefunden! Aber da war dann auch alles drin, Fotoapparat, Geld, Ausweis etc. Ein anderes Mal habe ich einen Poller zu eng umkreist, und Schwups, da war eine Tasche abgerissen. Also habe ich diesmal ein Alugerüst gebaut wo die Gepäcktasche dran befestigt ist.

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    Das Ganze kann ich jetzt mit einem Griff auf den Gepäckträger setzen und mit einer Schraube festmachen. Die Prozedur vom Abnehmen und Festmachen ist jetzt innerhalb von 30 Sekunden erledigt.

    Die Gesamtstrecke ist bereits geplant und im Navi eingegeben. Alle relevante Wegepunkten, also da wo man sich verfahren kann, sind mit ihre Koordinaten erfasst worden und im Navi gespeichert. Hierbei benutze ich hauptsächlich die MS Software „autoroute“. Die eingegebenen Wegepunkte fahre ich dann systematisch ab. Ein System das ich bereits vorher erfolgreich erprobt habe. Die Strecke verläuft zuerst über die Niederlande und Belgien (Roermond, Mol, Aarschot, Mons) um dann oberhalb von Paris (St. Quentin, Lassigny, Pontoise) nach Tours und Royan weiterzufahren. Ab hier wird dann nach Le Verdon-s-Mer übergesetzt. Weiter dann immer der Atlantik-Küste entlang, über Bayonne, San Sebastian nach Algorta (kurz vor Bilbao) was dann meine Endbestimmung ist.

    Fahrrad: Gewicht ohne Gepäck 19,7 kg
    Shimano, vorne 28/38/48 und hinter 14/16/18/20/22/24/34
    Gepäck: ca. 12 kg

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    Bis dann mal.

    Cyanno

  2. Ich bin dann mal weg (mit dem Fahrrad) - Vorbereitungen für einen Trip nach Bilbao #2
    Rainer53
    Gute Reise, vor allem Pannenfrei,
    was nimmst du an Werkzeug, ET, etc. mit?

  3. Ich bin dann mal weg (mit dem Fahrrad) - Vorbereitungen für einen Trip nach Bilbao #3
    cyanno
    Als Werkzeug nur das Rudimentäre: Flickzeug, 1 Reserve-Innenreifen, Gummihandschuhe (Kette!), multi Inbus, Isolierband, kleinen "englischen" Schlüssel (bis 19 mm), schweißer Messer, selbstbinder.
    Bis jetzt habe ich auf all meine größeren Touren (Frankreich 2x, Spanien, Italien, Belgien 4x, Ulm, Jever..) nie eine größere Panne gehabt. Lediglich 1 x einen Platten hinten.

    Was ET angeht, ist das E(Energie) T(Tagesbedarf)? Wenn ja, jede Stunde ca. 300-500 ml Trinken und etwas herzhaftes, sei es Schokolade oder Obst, essen. Morgens kräftig frühstücken und beim Hotelwirt nachfragen, ob ich 2 Brötchen oder Schnittchen schmieren und mitnehmen darf. Das ist mir noch nie verweigert worden und die werden dann so um km 80 bis 100 genußvoll reingehauen.

    Gruss

    Leo

  4. Ich bin dann mal weg (mit dem Fahrrad) - Vorbereitungen für einen Trip nach Bilbao #4
    muckerhase1966
    Zitat Zitat von cyanno Beitrag anzeigen
    Was ET angeht, ist das E(Energie) T(Tagesbedarf)?
    Ich vermute, es sind ErsatzTeile gemeint....

    Gruß aus Lübeck

    Volker

  5. Ich bin dann mal weg (mit dem Fahrrad) - Vorbereitungen für einen Trip nach Bilbao #5
    Rainer53
    Zitat Zitat von muckerhase1966 Beitrag anzeigen
    Zitat Zitat von cyanno Beitrag anzeigen
    Was ET angeht, ist das E(Energie) T(Tagesbedarf)?
    Ich vermute, es sind ErsatzTeile gemeint....

    Gruß aus Lübeck

    Volker
    Richtig,
    man liest ja manchmal die abenteuerlichsten Sachen, Speichen in der Sattelstütze, etc. etc.
    Da ist es manchmal hilfreich wenn man liest was erfahrene Fahrer so alles mitnehmen.

  6. Ich bin dann mal weg (mit dem Fahrrad) - Vorbereitungen für einen Trip nach Bilbao #6
    Gast28057
    Lieber Cyanno,

    ICH BENEIDE DICH!!!

    Könnte direkt mitfahren, untrainiert wie ich bin... Naja, erst mal geht's im Sommer nach Noordholland, dann sehen wir weiter...

    Ich wünsch' Dir jedenfalls immer 'ne Handbreit Teer unterm Reifen, Achs- und Rahmenbruch, schlitterfreie Fahrt und was man Dir sonst noch so wünschen kann...

  7. Ich bin dann mal weg (mit dem Fahrrad) - Vorbereitungen für einen Trip nach Bilbao #7
    cyanno
    So, da bin ich dann endlich mal wieder da. Gestern, den 24.05. von Bilbao mit dem Flugzeug zurück nach Hause. Insgesamt war es ein anstrengender Trip, da das Wetter nicht so prima mitgespielt hat. Ab Morgen mache ich einen etwas ausführlicheren Bericht wo dann auch einige Fotos dabei sind.

    Vorab mal ein Übersicht wie der Trip Kilometermäßig war.

    Bis dann mal
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    Am 11.05. ging es dann ab Ratingen los. Ziel war Mol in Belgien, ich fahre des öfteren dahin, meine Geschwister leben da. Mein Brüder is ein begeisterter (Renn)radfahrer. Wenn der weiß, dass ich komme. treffen wir uns üblicherweise in Roermond. Leider mußte ich bis dahin ca. 3 Stunden im Regen fahren. In Roermond angekommen, war es wieder trocken.
    Als Regenausrüstung habe ich mich für einen Regencape entschieden. Vor einiger Zeit hatte ich Regenjacke und Hose. Nachteil hierbei ist, dass man auch ohne Regen hiermit innen nass wird. Dazu kommt noch, dass mein Leddersattel (Leffer) unheimliche Abrieb unterworfen wird. Mit mein Cape ist dies nicht der Fall, es bleibt schön trocken und bei Kälte hat man m.E. einen besseren Schutz. Auch sind diese Sachen sehr schnell an und ausgeztogen! Aber dies ist wahrscheinlich Geschmacksache.
    Ab Roermond gab es wahnsinnig viel Gegenwind. Normal fahre ich im Windschatten meines Bruders, aber diesmal ging das nicht. Um einigermaße unserer "pace" zu erhalten, gab es dann eine Unterstutzung mit dem Finger des Bruders im Rücken. Sonst hätte ich da die durchscnittliche 19,5 km/h nicht erreicht.

    Am nächsten Tag keine besondere Vorkommnisse. Herrliches Wetter in Belgien und mein Ziel in Frankreich (Bavay) wurde mühelos erreicht. Dies nicht zuletzt weil auf längere Strecken einen mäßigen Rückenwind vorherrschte.

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    Kurz vor Bavay konnte ich dann noch eine folkloristische Gruppe bewundern. Dann noch ein Foto des Markplatzes.
    Geändert von cyanno (26.05.2012 um 19:06 Uhr)

  8. Ich bin dann mal weg (mit dem Fahrrad) - Vorbereitungen für einen Trip nach Bilbao #8
    cyanno
    Der dritten Tag, der 13.05., war dann ein netter Tag. Zwar sehr kalt, so um die 12 bis 14 °C. Auch ein erster Sonnenbrand wurde eingefangen. Zum Glück hatte ich leichten Rückenwind und die Landschaft flog so an mir vorbei. Anfänglich war alles ganz flach, aber je mehr ich in der Picardie durchquerte, je hügeliger wurde is. Trotzdem kam ein passabler Durchschnitt von 19,8 km/h raus.
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    Planmäßig wurde dann Compiègne erreicht. Aber das sollte dann auch den letzten Tag werden, wo alles nach Plan lief!

    Am vierten Tag ging es dann Richtung Paris, mit Ziel Chartres. Bis Pontoise, oberhalb von Paris war der Welt noch in Ordnung. Wundervolle Gegend, schöne Gebäude und Schlösser unterwegs zum bewundern.
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    Aber dann ging los, das Navi wollte nicht so wie ich es gerne gesehen hätte. also Fragen. "oui oui monsieur, la route national 184 est cyclable...faut seulent faire attention....". Also ich auf der N184...bis kurz vor Paris diese N184 auf eine richtige Autobahn mündet. Also erst mal abgestiegen, schön äußerst rechts auf der Pannenstreifen die Karte rausgeholt und überlegt was zu machen. Da hupt es plötzlich hinter mir; ein gelbes Fahrzeug "service des Autoroutes". Die waren natürlich etwas überrascht aber nachdem ich alles erklärt hatte wieso und warum, hat man gesagt, ich möchte deren Fahrzeug folgen. Freundlich sind die dann auf der Standstreifen im Rückwärtsgang bis zur vorherige Ausfahrt gefahren. Ich auf dem Fahrrad denen hinterher. Also ein Geisterfahrer auf dem Fahrrad.
    So bin ich dann weiter auf kleinere "departmentales" Richtung Versailles gefahren. Mein Ziel war eigentlich wesentlich mehr westlich gewesen.
    Zu meinem Erstaunen hätte ich in dieser Richtung noch mit eine 10%-ige (oder mehr??) Steigung zu tun. Später kam ich dann auf eine größere 4-spurige Einfallsstraße. Und das voll im Berufsverkehr. Da ich weit hinter mir einen Rennradfahre sah, habe ich ihm zugewunken und gefragt wie ich aus diesem Schlamassel rauskam. Der war aber nett!! Freundlicherweise und schwätzend hat er mich mit 30, teilweise sogar 35 km/h durch den Berufsverkehr gelotst und dann noch quer durch den Park von Versailles begleitet.
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    Also das werde ich mein Lebtag nie vergessen!!! ich habe bereits mehrere Male das Schloss von Versailles und seine Parkanlage besucht, aber noch nie unter solche Umstände!
    Ab Versailles habe ich dann wieder mein Navi verwendet. Zwar war Unterwegs mein Navi-Support kaputgegangen (Fahrrad mal Kopf gestellt, und kaput...). aber verwendbar war das Navi trotzdem. So bin ich zuerst durch große wälder gefahren:
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    um dann doch noch einigermaße zufrieden Rambouillet (St. Cyr) zu erreichen, ca. 40 km hinter meinen Plan her.

    Am 15.05. wollte ich etwas vom Zeitrückstand gutmachen. Also früh aufgestanden und kurz nach acht bereits auf dem Sattel . Zuerst wurde Chartres angepeilt. Leider gab es bereits an diesem Morgen leichten Regen, dies mit leichten Wind von Vorne. Aber mit Regencape war das kein großes Problem. Bereits nach einige Stunden konnte ich die berühmte Kathedrale von Chartres ausmachen! Gerne wäre ich da mal reingegangen aber so blieb es nur bei einem Foto.
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    Ab Chartres ließ der Regen nach aber ich fühlte ich einen deutlich stärkeren Wind. Also entschloß ich mit für eine geänderte Route, direkt südlich Richtung Voves und Patay. Inzwischen war es mit 10°C recht kalt geworden und nachdem es über Mittag doch trocken geblieben war fing es ab 15.00 an zu regnen. Es bleib nicht anderes übrig als die Regencape mal wieder überzuziehen. Aber nicht nur Regen auch Hagel war dabei. Da beim Regencape auch noch eine Haube dabei war, wurde auch diese Haube unter dem helm angezogen. Schön eingepackt und mit mittlerweile starker aber Rückenwind (Gott sei Dank) konnte ich dann mit sagen und schreiben 28 bis 32 km/h Richtung Orleans fahren. Ein Hotel wurde dann in Meung-s-Loire gefunden. Und wieder wie üblich: duschen, essen, trinken, schlafen. Aber herrlich!!!

    Frisch gestärkt am nächsten Tag (16.05) ab Richtung Poitiers. Auch hier war der Wind wieder optimal, also hatte ich Gestern gut gepokert.

    Im nu war ich in Blois, wo es über der Loire ging.
    Tours
    Und ein herrlicher Aussicht auf Blois und seine eindrucksvolle Kathedrale.



    Ab Blois weiter zu meinem Ziel Châtellerault, denn Poitiers war an diesem Tag zu weit!
    Im Hotel war ich dann um 18:00! Zuerst aussgiebig geduscht, es stand Steak (Buffalo Grill) auf dem Speiseplan. Und dann geschah das unerwartete, Kabelbruch beim hinteren Umwerfer! Das Fahrrad hatte ich vorher durchchecken lassen, leider verpasst zu erwähnen, dass man auch die Kabel erneuen sollte. Naja, keine Ersatzkabel dabei...und Morgen Feiertag? Oder doch nicht?
    Im Hotel wusste man zu sagen, dass direkt in der Nähe ein Sportladen wäre, die konnten auch reparieren...wenn die aufhätten.
    Am nächsten Morgen dahin. Der Laden sollte um 9:30 öffnen. Ich war punktlich da, aber leider war noch alles zu. Ich also zurück im Hotel, normale Sachen angezogen, denn ich hatte vor mit dem Zug meine Heimreise anzutreten. Wo ich wegfahre guck ich noch eben zum Laden und siehe da, die haben tatsächlich geöffnet. Freundlich wie die Fransozen eben sind, war mein Rad im Nu repariert, konnte mich sogar umziehen in hinterer Teil des Ladens und bekam dazu noch eine Kaffee angeboten. Summa summarum konnte ich für 8€ meine Weiterfahrt antreten. Zwar mit Nieselregen, aber glücklich!
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    Geändert von cyanno (27.05.2012 um 22:52 Uhr)

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