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Mitunter springt auch die Kette ab ...

  1. Mitunter springt auch die Kette ab ... #1
    Baumarktradler

    Mitunter springt auch die Kette ab ...

    Gut'n nabend, Radsport- und Gelegenheitsradlergemeinde,

    bin neu hier, servus


    Durch den Schneefall vor Kurzem (bei normaler Nässe nicht) taucht ein altes Problem bei meinem Baumarkt -Trekking-Rädchen auf:

    Ich trete in die Pedalen (oft bei steigender Kraftanstrengung; z. B. Anfahren) und plötzlich gibt es so eine Art "Ruck".

    Ich schaue nach unten und beobachte fahrend die Kette. Springt sie über den einen oder anderen Zahn/Ritzel? Kommt mir nicht so vor.

    Ich habe mich natürlich etwas vorher im Internet schlau gemacht, aber möchte vorerst ausschließen, dass die Kette

    a) zu lang/durchgeleiert
    b) zu stark geölt ist (ich las da von einem, der behauptete, dass geölte Ketten nicht so lange halten wie "quietschende". Dabei war meine Kette schon fast kurz vorm Quietschen.)

    Natürlich passen Ritzelpaket und Kette nicht zusammen. Das eine ist neuer als das andere. Das aneinander anzupassen hätte eine sofortige Reparatur im Laden erfordert. Um die Osterzeit hat es aber keiner innerhalb von ein paar Stunden hinbekommen. Selbst wollte ich das nicht machen/kein Plan davon. Also blieb es so, wie es war und ist.
    c) die Ritzel/Zähne sind schief/verbogen. Dadurch kann die Kette nicht mehr richtig kontinuierlich greifen.

    Was für Ursachen könnte es sonst noch geben für diesen "Ruck"? Es fühlt sich an, als hätte ich für 10 Millisekunden eine Art Leerlauf. So, als würde ich rückwärts treten. Kein Widerstand.

    Ich habe schon von dem Tipp gelesen, sein Rad wenigstens eine halbe Stunde vor Fahrtantritt in die Kälte zu stellen, damit die Materialien, die später mit dem Schnee in Berührung kommen, diesen nicht zum Schmelzen bringen und somit irgendwann Eisbildung entsteht. (welche wie ein Gleitfilm wirkt)

    Ist es auch möglich, dass irgendwo im Ritzelpaket/Kassettenkranz oder auch vorne am Kurbellager irgendwo Schnee reingekommen ist, der dann vereiste?
    Wie kann man dieses Problem beheben? (der obige Tipp mit der halben Stunde ist für mich nicht praktikabel und zudem zweifelhaft)

    Ist dieses "Durchrutschen" ein gängiges Problem bei Fahrrädern dieser Preisklasse (150 Euro im Angebot) oder hat das damit nichts zu tun?

    Das reicht erstmal.
    Geändert von Baumarktradler (04.02.2012 um 19:13 Uhr)

  2. Mitunter springt auch die Kette ab ... #2
    Pedalero
    Also eine Sache ist das Durchrutschen der Kette. Klar, wenn Du nur die Kassette oder nur die Kette getauscht hast, dann passen die Komponenten unter Umstaenden nicht mehr zusammen weil sie unterschiedlich verschlissen sind. Schnee und Eis auf Kette und Zahnraedern beguenstigt das Durchrutschen zusaetzlich.

    Die andere Sache ist der Tritt ins Leere bei Kaelte.
    Da ist wohl der Freilauf eingefroren bzw. das Fett im Freilauf (sofern noch genuegend vorhanden ist) wird steif und lasst die Sperrklinken nicht mehr loesen oder die Rollen und die Federn beim Rollenfreilauf, je nachdem welche Nabe Du benutzt. Meistens sind es jedoch Sperrklinken.
    Manche Freilaeufe kann man selbst zerlegen. Ist aber eine Fummelei. Ob das beim Baumarktrad und dessen Nabe geht, keine Ahnung. Fuer Shimano und Campa gibt es Freiaeufe einzeln zu kaufen. Lohnt nur meist nicht, ausser vielleicht bei XTR Naben und Konsorten. Bei guenstigen Naben kaufst Du dir besser eine neue oder fast neue (Ebay) Nabe und tauscht nur die Innereien aus.

    Der Trick mit dem "ins Warme" stellen klappt auch. Aber irgendwann friert die ganze Chose wieder ein / wird zaeh und dann rutscht es halt wieder durch.

    Also, wenn die Kette ueberspringt / durchrutscht, dann wirst Du wohl in den sauren Apfel beissen muessen und Einkaufen (Kette oder Kassette und schlimstenfalls Kurbel bzw. Zahnkranz falls der sich bei der Kurbel einzeln tauschen laesst, was ich bei Baumarktraedern nicht glaube). Ich hab mein altes Rad mal mit einer 20 Euro Shimano 3-fach Kurbel, 10 Euro Kette und 17 Euro Zahnkranz gerettet, war aber noch zu 7-fach odre 8-facht Zeiten. Und nur Alivo oder Acera oder gar gruppenlose Qualitaet. Aber fahren konnte ich somit noch eine ganze Weile
    Beim Freilauf koennt ich mir sogar vorstellen, dass Du in guter Hausmannsmanier irgendein Oel zum schmieren genommen hast was schnell verharzt, erst recht bei Kaelte, den Fehler machen viele am Anfang.

    PS: Die Kette springt wohl ab, weil vorne Zahnraeder verbogen sind. Auch wenn der Umwerfer nicht richtig eingestellt ist kann die Kette abspringen oder wenn das Schaltwerk hinten nicht mehr genuegend Spannung zur Straffung der Kette aufbauen kann weil es ausgeleiert oder total verranzt ist. Hoert sich alles an als ob der komplette Antrieb deines Rades ziemlich am Ende ist und dazu noch komplett verdreckt/ verranzt ist.
    Geändert von Pedalero (04.02.2012 um 19:47 Uhr)

  3. Mitunter springt auch die Kette ab ... #3
    Baumarktradler
    Guten Abend, Pedalero!

    Erschöpfende Antwort, danke sehr.

    Also das klingt so, als bestünde zumindest in der Theorie die Möglichkeit, über ein paar Reinigungs-Sessions noch mal "die Kurve kratzen" zu können.
    Die Verschmutzungen hinten im Schaltwerk werde ich mir mal vorknöpfen. Da, wo die Kette die kleinen Rädchen passiert und "Slalom" fährt. Ob sich dadurch wieder etwas mehr Spannung im Schaltwerk generieren lässt?

    Eigentlich war das Rad schon bei Kauf reif für den Schrotthaufen. Bei diesen Baumarkt -Rädern im Niedrigpreis-Segment ist immer irgendetwas schief. Sogar Zahnkranzzähne (sagt man wahrscheinlich nicht so) waren bei Neukauf schon verbogen. Und die Kurbel vorn hat auch schon geeiert. Aber ich wollte halt nicht zuviel Geld ausgeben; wenn es geklaut wird (wenn jemals .. höhhöh), dann schmerzt es wenigstens nicht so. Obwohl jedes dieser Babys halt das eigene ist.

    Der komplette Austausch von Kurbel und/oder 3er Zahnkranz, Kette und 7-er Kassette ... ja, das würde mich Ahnungslosen bestimmt 60 bis 70 Euro im Laden kosten.
    Vielleicht sollte ich einen Neukauf eines Fahrrades dann doch mal in Erwägung ziehen. Mindestens 2 Jahre hat das Rad ja immerhin gehalten ...

    Mir ist noch nicht richtig klar, welche Rolle nun Schnee und Schneematsch bei all dem spielt. Denn dieses Problem tritt wie gesagt nur unter diesen Umständen auf. Bei Regen eher nicht. Und bei Trockenheit sowieso nicht.

    Inwiefern könnte der Schnee oder Vereisungen eine mangelhafte Straffung im Schaltwerk verursachen? Ich mein', ich habe ja mitansehen können, wie sich der Schnee haufenweise über die hintere Kassette verstreut hat. Du sagst, dass die Sperrklinken im Freilauf vereist sein könnten. Aber müsste dann nicht jeder Radfahrer, der bei dieser Witterung unterwegs ist, dieselben Probleme haben? Gibt es eine Möglichkeit, diese Sperrklinken besser zu schützen? Oder stelle ich mir das zu einfach vor?

    Ich verstehe jetzt den Zusammenhang zwischen Freilauf, Rollen, Sperrklinken und Naben nicht so ganz. Das ist für mich technisches Neuland. Gehört der Freilauf zum Kassettenkranz? Die Nabe auch?

  4. Mitunter springt auch die Kette ab ... #4
    Uli06
    Ich glaube nicht, dass Dein Problem etwas mit dem Freilauf zu tun hat.
    Ich kenne dieses Überspringen auch wenn sich die hintere Kassette mit Schnee bzw. Eis zusetzt. Solange ich in einem Gang fahre läuft es meist ohne Probleme. Schalte ich dann in einen anderen Gang, so springt die Kette erst einige Male bis sie das Eis aus der Kassette verdrängt hat. Dieses Problem tritt bei den kleinen Ritzeln der Kassette wesentlich häufiger auf als bei den großen.
    Ich vermeide bei solchen Straßenverhältnissen ein zu häufiges Schalten bzw. ich versuche hinten eher auf großen Ritzeln zu fahren und dafür vorne eher auf das mittlere oder große Kettenblatt zu schalten (natürlich unter Berücksichtigung der verbotenen Gänge).

    Grüße, Uli

  5. Mitunter springt auch die Kette ab ... #5
    Baumarktradler
    Ah, du Glücklicher! Ich habe mir das Schalten aufgrund der Inkompatibilitäten von Kette und hinterer Kassette abgewöhnt. Fahre praktisch langsam und schnell auf dem 15. Gang. (neuerdings auf dem 12, doch das hört und fühlt man) Bin halt ein echter Baumarktradler. ;-)

    Noch etwas ist mir aufgefallen: Wenn ich das Rad rückwärts schiebe, dann erhebt sich die unterste Rolle des Schaltwerks in die Höhe und sorgt dafür, dass die Kettenspannung nachlässt. Mir ist noch nicht klar, warum sie das neuerdings tut.

    Hoffentlich gibt mir Pedalero oder du noch den Tipp, was man für ein Öl für den Freilauf oder generell für das Fahrrad nehmen soll. Ich hatte immer WD40 oder Discounter -Öl genommen. Allerdings habe ich nie pedantisch genug alles gereinigt. Der Dreck wird wohl zusammen mit dem Öl mit der Zeit verranzt und als Kombo in irgendwelche Ritzen gezogen worden sein, wo jetzt alles feststeckt. Eine äkklige Angelegenheit, sowas.

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