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Der Radweg - die unendliche Geschichte

  1. Der Radweg - die unendliche Geschichte #33
    Ritzelquäler
    Zitat Zitat von 2nd_astronaut Beitrag anzeigen
    ich wohne in einer fahrradstadt. heute (zwar nicht mehr viel schnee, aber a...kalt und gelegentlich eis) war der fahrradständer an meinem arbeitsplatz sehr gut gefüllt. nix mit promille, das bleibt in % hier.
    Hervorragend. Toll für Dich, aber leider nicht der Durchschnitt. Ich weiß, das kekst manche Leute ziemlich an, aber es ist nun mal ohne Probleme erkennbar, dass das Rad in der Bevölkerung normalerweise ein Schönwetterfahrzeug für den engen Nahbereich ist.

    Das sehe ich als das grundlegende Hauptptoblem an, weshalb eine deutlichere Beachtung des Rades nicht stattfindet. Ein saisonales Verkehrsmittel kann bei den engen Platzverhältnissen Deutschlands in der Verkehrsplanung nun mal keine bevorzugte Rolle spielen. Egal, wie stolz ein paar Leute auf ihre ganzjährigen Alltagsradeleien sind.

    Wo Platz ist, wo Geld vorhanden ist - ok. Da wird was gemacht. Aber für mehr als Pseudoradwege aus Farbe ist in vielen Städten eben kein Platz da. Bevor aber nicht die Bevölkerung deutlich mehr saisonal unabhängig mit dem Fahrrad unterwegs ist, sind die Forderungen nach stärkerer Beachtung von den Lobbies der wetterunabhängigen Fahrzeugklassen leicht demontierbar.

    Zitat Zitat von matzew Beitrag anzeigen
    Kann ich nicht zustimmen. Ich denke der durchschnittliche Viel-Radfahrer ist tendenziell fitter als der durchschnittliche Autofahrer was den Krankenkassen und somit dem Staat zugute kommt.

    Das Thema ist zu komplex als dass man einfach sagen kann "der Staat hat nix davon wenn mehr Leute Rad fahren"
    Dummerweise bezahlt aber weder die Krankenkasse noch im Normalfalle der Staat die Radwege, sondern die Gemeinde oder der Kreis.

    Dieses Argument mit der Gesundheitsleistung von Radfahrern ist zwar grundsätzlich richtig, dürfte aber in der Verkehrsplanung keine Rolle spielen. Wer eine signifikante (gleich deutlich kosteneinsparende!) Verbesserung seiner Krankenwerte durch das Radfahren erreicht, der fährt auch auf den vorhandenen Radwegen. Und der große Rest radelt so und so zufrieden auf dem Kombiweg zum Supermarkt.

    Insgesamt gibt es deutlich mehr und effektivere Möglichkeiten, mit dem für flächendeckend (!) top Radwege nötigen Geld, die Volksgesundheit zu steigern. Es machen sich manche anscheinend keine Vorstellung, was es kosten würde, eine gute Infrastruktur für Fahrräder aufzubauen, ohne dass der restliche Verkehr zusammenbricht. Die Städte stehen fast alle kurz vor der Pleite, falls das noch nicht aufgefallen ist ...

  2. Der Radweg - die unendliche Geschichte #34
    2nd_astronaut
    Zitat Zitat von Ritzelquäler Beitrag anzeigen
    Zitat Zitat von 2nd_astronaut Beitrag anzeigen
    ich wohne in einer fahrradstadt. heute (zwar nicht mehr viel schnee, aber a...kalt und gelegentlich eis) war der fahrradständer an meinem arbeitsplatz sehr gut gefüllt. nix mit promille, das bleibt in % hier.
    Hervorragend. Toll für Dich, aber leider nicht der Durchschnitt. Ich weiß, das kekst manche Leute ziemlich an, aber es ist nun mal ohne Probleme erkennbar, dass das Rad in der Bevölkerung normalerweise ein Schönwetterfahrzeug für den engen Nahbereich ist.

    Das sehe ich als das grundlegende Hauptptoblem an, weshalb eine deutlichere Beachtung des Rades nicht stattfindet. Ein saisonales Verkehrsmittel kann bei den engen Platzverhältnissen Deutschlands in der Verkehrsplanung nun mal keine bevorzugte Rolle spielen. Egal, wie stolz ein paar Leute auf ihre ganzjährigen Alltagsradeleien sind.

    Wo Platz ist, wo Geld vorhanden ist - ok. Da wird was gemacht. Aber für mehr als Pseudoradwege aus Farbe ist in vielen Städten eben kein Platz da. Bevor aber nicht die Bevölkerung deutlich mehr saisonal unabhängig mit dem Fahrrad unterwegs ist, sind die Forderungen nach stärkerer Beachtung von den Lobbies der wetterunabhängigen Fahrzeugklassen leicht demontierbar.
    wir schreiben aneinander vorbei! meine forderungen sind finanziell allesamt gut tragbar:
    - bessere abstellplätze für fahrräder mancherorts.
    - pr-maßnahmen zur beachtung von fahrrädern (halt diese plakate, wie sie eh überall rumstehen gegen rasen oder alkohol am steuer).
    - gelegentlich verbesserte wegweisung für radfahrer

    Teure RVAs brauche ich nicht. Mehr noch, ich will sie nicht. Sie halten mich im Zweifelsfall nur auf oder gefährden mich gar. Deutschland besitzt bereits eine *perfekte* für Autos+Fahrräder geeignete Verkehrsinfrastruktur.

  3. Der Radweg - die unendliche Geschichte #35
    Ritzelquäler
    Zitat Zitat von 2nd_astronaut Beitrag anzeigen
    wir schreiben aneinander vorbei!
    In der Tat. Das liegt aber wohl daran, dass Du mit Deinen Forderungen off Topic bist. Es geht hier nicht um Radboxen, Fair Play mit den Autofahrern, oder verbesserte Wegweisungen (was auch immer das sein soll).

    Es geht um "trainings- und leistungsorientierter Radfahrer", die bezüglich der Radwegeanlagen mit den bis zu 15km/h fahrenden Normalfahrern in einen Topf geworfen werden.

    Und da ist eben das Problem, dass schon die Normalfahrer saisonal so deutliche Frequenzunterschiede aufweisen, dass die paar Sportfahrer für ihr Training auf der öffentlichen Straße, erst recht keine Lobby haben.

  4. Der Radweg - die unendliche Geschichte #36
    Rad-Max
    Wie eine andere Infrastruktur aussehen kann, das zeigen die Niederlande. Dort haben Fußgänger, Radfahrer und PKW eigene, klar getrennte Fahrbahnen. So etwas kann dann auch Anreiz für viele sein, mehr Rad zu fahren
    Sehr guter Hinweis. Die Niederlande sind noch beengter als Deutschland. Aber die dortigen Radlerwege vorzüglich. Während hier bei uns alles, aber auch alles dem Statussymbol Auto untergeordnet wird

    Denke auch, wäre die Infrastruktur für Radler besser, würde es ggf. noch Anreize (warum kein Steuerabzug oder Zuschüsse für ein neues Fahrrad?) zum Radfahren geben, würden auch mehr fahren. In Frankreich zum Beispiel ist Bahnfahren mit Rad deutlich einfacher. Im AGV/TGV geht das problemlos. Im ICE Deutschland gar nicht. Mit so witzigen Stilblüten, dass im ICE in Österreich ein Rad mitgenommen werden kann, dieses aber an der deutschen Grenze rausgeschmissen wird...

    Statt effektiver Förderung verzettelt man sich hier (bewusst?) in Helmpflichtdiskussionen. Das Radwegbudget wurde gerade wieder gekürzt. Stuttgart 21 z.B. enstpricht dem aktuell jährlichen Radwegbudget für 83 Jahre!!!

  5. Der Radweg - die unendliche Geschichte #37
    2nd_astronaut
    Zitat Zitat von Ritzelquäler Beitrag anzeigen
    Zitat Zitat von 2nd_astronaut Beitrag anzeigen
    wir schreiben aneinander vorbei!
    Und da ist eben das Problem, dass schon die Normalfahrer saisonal so deutliche Frequenzunterschiede aufweisen, dass die paar Sportfahrer für ihr Training auf der öffentlichen Straße, erst recht keine Lobby haben.
    Wozu bräuchten die eine Lobby? Die STVO sieht als Normalzustand den Mischverkehr vor. Die Sportfahrer können also mit dem Normalzustand gut leben. Erst die Radwegslobby hat die Probleme geschaffen. Radweglobbyismus betreiben sowohl Fahrradverbände als auch Kfz-Verbände.

  6. Der Radweg - die unendliche Geschichte #38
    koeterplage
    Zitat Zitat von Rad-Max Beitrag anzeigen
    Sehr guter Hinweis. Die Niederlande sind noch beengter als Deutschland. Aber die dortigen Radlerwege vorzüglich. Während hier bei uns alles, aber auch alles dem Statussymbol Auto untergeordnet wird
    Logisch, Deutschland ist ja auch, im Gegensatz zu den Niederlanden, in gewisser Weise von der KFZ-Industrie abhänging. Davon ab kann man die beiden Länder nur schwerlich miteinander vergleichen, das ist wie Äpfel mit Birnen. Allein die Bevölkerungsdichte ist in den Niederlanden beinahe doppelt so hoch, die Wege sind allgemein Kürzer, das Land ist Flacher, es gibt im Verhältniss gesehen wesentlich weniger PKW's/Einwohner, wirtschaftlich stehen Niederlande etwas besser da usw.usf...


    Denke auch, wäre die Infrastruktur für Radler besser, würde es ggf. noch Anreize (warum kein Steuerabzug oder Zuschüsse für ein neues Fahrrad?) zum Radfahren geben, würden auch mehr fahren. In Frankreich zum Beispiel ist Bahnfahren mit Rad deutlich einfacher. Im AGV/TGV geht das problemlos. Im ICE Deutschland gar nicht. Mit so witzigen Stilblüten, dass im ICE in Österreich ein Rad mitgenommen werden kann, dieses aber an der deutschen Grenze rausgeschmissen wird...

    Kannst dein Rad doch steuerlich geltend machen
    Davon mal ab, gibt es hier einfach keine Geschenke. Selbst die Abwrackprämie war für den Staat ein Plusgeschäft (zumindest für das Jahr) und wurde durch die eingenommene Märchensteuer wieder eingespült.
    Zum Thema Bahn und Fahrrad: Richtig so! Die Züge sind hier zum großteil eh völlig überfüllt, wo soll da noch Platz für Fahrräder sein?? Außerdem sind neue ICE im Bau/Planung die mit Fahrradabteil ausgestattet sind

    Das Radwegbudget wurde gerade wieder gekürzt. Stuttgart 21 z.B. enstpricht dem aktuell jährlichen Radwegbudget für 83 Jahre!!!
    Habe bisher in keinem Haushaltsplan etwas von Radwegbudget gelesen. Hast du da eine Quelle??

  7. Der Radweg - die unendliche Geschichte #39
    Ritzelquäler
    Der "Normalzustand" ist an vielen Stellen von Beschränkungen geprägt. Das ist zum aller Wohl, auch wenn es einige Gruppen an tolerierbaren Stellen einschränkt.

    Sei das die immer weiter um sich greifende Geschwindigkeitsbeschränkung auf der Autobahn, die die Schnellfahrer einbremst, oder auch die ein oder andere Streckensperrung für Motorradfahrer, wo die Genussfahrer für die Idiotenheizer "büßen" müssen.

    Bei den Radfahrern ist es eben, dass es an diversen Stellen benutzungspflichtige Radwege gibt, wo man sich als trainierender Sportfahrer, dem so beschworenen Normalzustand des typischen Radverkehrs beugen muss.

  8. Der Radweg - die unendliche Geschichte #40
    Ritzelquäler
    Zitat Zitat von Rad-Max Beitrag anzeigen
    Denke auch, wäre die Infrastruktur für Radler besser, würde es ggf. noch Anreize (warum kein Steuerabzug oder Zuschüsse für ein neues Fahrrad?) zum Radfahren geben, würden auch mehr fahren.
    Das Argument scheint niemals auszusterben. Viele Autoalternativen scheitern an der fehlenden Infrastruktur. Und da sind einige Ansätze drunter, die wesentlich besser zum modernen Mobilitätsgedanken passen als das Fahrrad.

    Stuttgart 21 z.B. enstpricht dem aktuell jährlichen Radwegbudget für 83 Jahre!!!
    Klar, bis die jährlichen Radkilometer der Alltagsfahrer die jährlichen Bahnkilometer der ÖPNV-Berufspendler von S21 einholen, braucht es ja auch bestimmt ein halbes Jahrtausend.

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