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09.01.2012, 15:45 Celerina 2011 #1Wolfgang Beckmann
Celerina 2011
So, motiviert durch die tollen Berichte von Ritze und die Ermunterung durch Susanne, schreibe ich jetzt doch ein wenig vom Sommerurlaub 2011, zumindest von der ersten Woche:
Zu unserer ersten Sommer- Urlaubswoche sind wir über München und Innsbruck in den Oberengadin gefahren. Die Entscheidung für diese Route war nicht so schlau. Die letzten etwa 70 km führten ab der Schweizer Grenze die sehr kurvenreiche Inntalstraße hinauf, und so kamen wir bei teilweise auch intensivem Verkehr nur langsam voran. Insgesamt waren wir von Berlin aus über 12,5 Stunden unterwegs und ziemlich müde, als wir in Celerina, einem kleinen Ort in der Nähe von St. Moritz ankamen, wo wir die erste Urlaubswoche verbringen wollen.---------- Automatische Beitragszusammenführung ----------
---------- Beitrag hinzugefügt: 15:47 ----------
21.08.2011 Berninapass- ein wirklich großartiger Tag.
Unser Ziel ist heute der Berninapass. Wir sind von Celerina aus mit den Rädern nach Samedan gefahren, von dort aus zum Punt Muragl, einem Kreisverkehr, an dem die Straße zum Berninapass beginnt. Ich bin den Pass schon mal vor zwei Jahren gefahren. Damals war ich von Filisur aus über den Albulapass und dann weiter über Samedan zum Bernina gefahren. Heute wollte ich ausprobieren, ob ich etwas schneller hochkomme als damals. Meine damalige Zeit war 1:10 für die gut 18 km und 605 Höhenmeter vom Punt Muragl aus. Der Pass hat eine Höhe von 2330 m.
Tatsächlich war es heute mit 0:57:30 viel schneller. Ich konnte allerdings ausgeruht vom Fuß des Anstiegs losfahren und habe mich auch deutlich höher belastet als vor 2 Jahren. Aber es scheint mir sicher, dass ich die Form von damals in jedem Fall wieder habe.
Die ersten Kilometer bis Pontresina sind sehr flach. Am Bahnhof öffnet sich rechts kurz das Rosegg Tal, das erste hochalpine Einblicke auf den Rosegggletscher und den Piz Rosegg bietet. Nach einem etwas stärker ansteigenden Straßenstück öffnet sich zwischen zwei Bergflanken langsam der Blick auf den berühmten Piz Palü mit seinen drei Gipfeln und der eis gepanzerten strahlend weißen Nordwand mit seinen gewaltigen Seracs.
Je weiter ich komme umso mehr öffnet sich der Blick in das Morteratsch Tal. Schließlich im Bereich der Monte bello- Kurve, kann ich komplett in das Tal hineinsehen. Es ist ein in den Alpen einmaliger majestätischer Anblick, der sich hier bietet: der Morteratsch Gletscher, über ihm der Piz Palü, rechts daneben der einzige 4000er der Ostalpen, der Piz Bernina mit seinem berühmten und bei Eisgehern beliebten Bianco- Eisgrat, der seinem Namen alle Ehre macht. Auf dem folgenden Kilometer hat die Straße die für diesen Pass ungewöhnliche Steigung von etwa 9%. Nach einem knappen Kilometer wird es wieder flacher und nun begleitet mich die Rhätische Eisenbahn, die hier sogar unmittelbar neben der Straße entlangführt.
Die Bäume haben aufgehört; ich passiere bei weiter wenig Steigung die Talstationen von Diavolezza und Lagalp- Seilbahn. Die Steigung zieht wieder an. Ganz kurz blitzt rechts noch einmal der weiße Gipfel des Piz Palü auf. Die Szenerie wird aber jetzt vom Piz Gambreno mit dem von ihm herab fIießenden Gambreno- Gletscher bestimmt. Ich sehe die Staumauer des Lago Bianco vor mir und über mir. Der See heißt angeblich so, weil sich die Farbe des Gambreno- Gletschers in ihm spiegelt. Davon ist nicht so richtig viel zu sehen. Der Gletscher befindet sich im unteren Teil im wesentlichen im Zehrbereich und ist eher grau als weiß. Langsam versinkt der See unter mir und ich erreiche das Bernina- Hospiz. Noch eine kleine Steigung, und die Passhöhe ist erreicht. Ich warte auf Edith und mache mit ihr eine ausführliche Rast.
Auf dem Berninapass
http://img4.fotos-hochladen.net/uplo...h1nuve3sqm.jpg
Piz Palü
http://img3.fotos-hochladen.net/uplo...lemtbd51h3.jpg
Biancograt und Morteratsch
http://www.fotos-hochladen.net/uploa...u10iwcgs8o.jpg
Die Abfahrt von diesem Pass ist gigantisch. Die Straße ist breit und excellent und glatt asphaltiert, sodass man auch schon bei kleinem Gefälle eine hohe Geschwindigkeit erreicht. Außerdem gibt es insgesamt nur vier Kehren, an denen man wirklich bremsen muss. Meine Abfahrtszeit von 23 Minuten entspricht einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von fast 47 trotz der langen Flachpassagen und die maximale Geschwindigkeit war 75 km/h.
Wir sind dann zurück nach Celerina und dann die Straße nach St. Moritz hochgefahren. Die Straße führt unmittelbar an der olympischen Bobbahn entlang, von der man allerdings im Sommer nur ein paar gesteinerte Mauern für die Errichtung der Kurven und Zuschauertribünen sehen kann. Die Bahn selber ist meines Wissens die einzige Natureis- Bobbahn, die es gibt und wird im Winter aus Eisblöcken gebaut, die man aus dem St. Moritzer See schneidet.Geändert von Wolfgang Beckmann (13.01.2012 um 20:36 Uhr)
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09.01.2012, 17:37 Celerina 2011 #2Wolfgang Beckmann
22.08.11 Muragl
Celerina, der Ort in dem wir wohnen, ist ein altes gewachsenes typisch Graubündener Dorf in knapp 1750 m Meereshöhe. Zwei- bis dreistöckige massive Häuser mit dicken Außenwänden und kleinen Fenstern, die teilweise wie Schießscharten aussehen und das rauhe Klima erahnen lassen, dem die Menschen hier im Winter ausgesetzt sind. Die Fensterumrahmungen und Hauskanten sind häufig mit Bemalungen verziert, meistens sehr schlicht und nüchtern mit geometrischen Figuren. Die Schweizer sind eben nicht besonders verschnörkelt. Unterhalb des Orts schlängelt sich der junge Inn durch eine flache Auenlandschaft. Das Wasser ist glasklar. Alle Trübstoffe sind anscheinend beim Weg des Flusses durch die insgesamt 4 Seeen des Ober- Engadin abgesunken.
Inn bei Celerina
http://img4.fotos-hochladen.net/uplo...srjo6bq5hu.jpg
Am Montag sind wir mit einer Standseilbahn nach Muottas Muragl gefahren, einer Bergstation in 2450 m Höhe. Von dort haben wir bei strahlendem Wetter eine dreistündige Bergwanderung mit wunderschönen Ausblicken auf die Engadiner Berge gemacht. Auf dem Rückweg zur Bergbahn konnten wir Segelflugzeuge bewundern, die sich mit dem Hangaufwind schnell auf eine Höhe von über 3.000 m schrauben und dann ihren Weg in Richtung auf die Gletscherregion des Rosegg nehmen.
Blick von Muragl zum Roseggtal
http://www.fotos-hochladen.net/uploa...q71gt5fnxa.jpg
Segler über der Bergstation
http://www.fotos-hochladen.net/uploa...u0pek6g4i1.jpg
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09.01.2012, 23:53 Celerina 2011 #3Ritze
WOW Wolfgang, die Bilder vom Biancograt sind ja der Hammer!
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11.01.2012, 09:46 Celerina 2011 #4Wolfgang Beckmann
Dienstag, 23.08.2012 Silvaplanasee; 35 km; 560 Höhenmeter
Heute war Ruhetag mit Fahrrad. Wir sind gemütlich über St. Moritz nach Silvaplana geradelt, mit einer ausführlichen Rast am Silvaplanasee, wo wir Kite- Surfer beobachtet haben und die wunderbare Seeenlandschaft des Engadin genossen haben. Der Silvaplanasee ist deshalb ein beliebter See für Segler und Surfer, weil es hier einen thermischen Wind, den Malojawind gibt, der mit ziemlich großer Zuverlässigkeit jeden Tag ab Mittags Inn- abwärts weht. Einen besonderen Reiz hat dieser See auch durch seine großartige Landschaft. Der Talboden mit seinen glitzernden Seeen, saftigen Wiesen, kleinen Waldstücken. Die Kulisse dazu bietet die Bergwelt des Ober- Engadin.
Inn oberhalb von St. Moritz
http://img4.fotos-hochladen.net/uplo...deb59l8jpy.jpg
Kitesurfer auf dem Silvaplanasee
http://img4.fotos-hochladen.net/uplo...7cuojevmrs.jpg
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11.01.2012, 14:56 Celerina 2011 #5SK69
Wieder sehr schön, das noch mal zu lesen und auch die Bilder sind einfach herrlich! Danke!
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12.01.2012, 14:20 Celerina 2011 #6Wolfgang Beckmann
Mittwoch, 24. August 2011 Julierpass; 62,2 km, 1050 Höhenmeter
Heute steht der Julierpass auf dem Programm. Der Pass ist 2280m hoch; die Auffahrt ist trotzdem nicht besonders anspruchsvoll, weil der Ausgangspunkt, der Ort Silvaplana, schon 1800m hoch gelegen ist. Das Wetter ist so makellos wie an den Vortagen. Wir fahren gegen 10 Uhr vom Hotel aus los, nehmen unter Umgehung der Inntalstraße die schon vertraute Strecke über St. Moritz mit dem schönen Tiefblick zum St. Moritzer See und dann weiter bis nach Silvaplana.
Insgesamt taugen die etwa 8,5 km und 160 Höhenmeter bis dahin gut zum Einrollen. Der Anstieg zur Passhöhe beginnt noch im Ort mit einer eklig steilen (12%) Rampe. Nach zwei Kehren legt sich die Straße aber deutlich zurück. Sie durchschlängelt ein oberhalb der Baumgrenze ziemlich ödes Tal und erreicht nach etwa 7,5 km mit wechselnden Steigungen die Passhöhe. Oben ist es zwar etwas windig heute aber wegen der für die Höhe ungewöhnlich hohen Temperatur trotzdem auch ohne Windjacke gut auszuhalten. Ein reines Vergnügen ist dieser Pass leider nicht. Er ist die schnellste Verbindung zwischen dem Ober- Engadin und dem Hinterrheintal. Dem entsprechend ist hier nicht nur reger Verkehr mit PKW und Motorrädern sondern auch mit Lastwagen. Ich habe für die Auffahrt etwa 40 Minuten gebraucht und finde das für meine Verhältnisse gut.
Nach einer halben Stunde fahren wir nach Silvaplana ab, suchen uns eine nette Bank am See und genießen bei heute recht starkem Wind die wunderschönen Ausblicke des Tals und bewundern die Kite- Surfer bei ihren artistischen Sprüngen. Ganz witzig ist ein kleiner Hund, der aufgeregt am Ufer hin und her läuft, dabei ständig den Blick auf das Wasser gerichtet, auf dem offensichtlich sein Herrchen auf dem Kite- Brett unterwegs ist.
Silvaplana ist ein völlig anderer Ort als Celerina. Es ist im Wesentlichen eine Feriensiedlung mit Häusern im „alpinen Stil“. Man kann nicht sagen, dass das Dorf hässlich ist, aber es fehlt ihm diese gewachsene urige Ausstrahlung, die Celerina hat.
Am Nachmittag fahre ich nochmal alleine los, am Golfplatz von Samedan vorbei und die Berninastraße hoch. Heute weht ein ekliger Gegenwind bergauf. Ich fahre bis zum Montebello Parkplatz, nachdem ich vorher schon mal von der Passstraße nach rechts abgebogen bin, um zur Bahnstation Morteratsch zu fahren, von der aus wir vor ein paar Jahren mal Bergtouren gemacht haben. Die Station lag vor 100 Jahren unmittelbar am Gletschertor des Morteratsch- Gletscher, der sich aber inzwischen um mehrere Kilometer zurückgezogen hat.
Silvaplanasee:
http://www.fotos-hochladen.net/uploa...eyh5xsorqn.jpg
http://img4.fotos-hochladen.net/uplo...kzmygsnfhi.jpg
Route 2. Tour am Nachmittag
http://trainingstagebuch.org/file/ma...iew=fullscreenGeändert von Wolfgang Beckmann (12.01.2012 um 19:38 Uhr)
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12.01.2012, 18:23 Celerina 2011 #7Personal Jesus
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12.01.2012, 22:33 Celerina 2011 #8SK69
Wunschdenken!
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