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Katastrophes Baumarktradstory

  1. Katastrophes Baumarktradstory #1
    Katastrophe

    Katastrophes Baumarktradstory

    Ich tu's, ich schreibe meine eigene Baumarktradstory vom Alltag mit dem Alupanzer und den Muttirädern. Mit Training hat das nicht viel zu tun, aber mit Leben.
    Ich habe gestern das Rabeneick, unser Reserverad, bewegt, denn es soll sich nicht kaputtstehen. Mit Hänger und Junior ging es 3 km weit zu Freunden und nach dem Besuch zurück. Das hat mir auch vollkommen gereicht. Der breite, weiche Sattel , die Schwergängigkeit, mehr als Pflichtfahrten muß ich damit nicht haben.
    Diese Woche habe ich Nachtschicht, und so konnte ich Junior heute morgen in den Kindergarten bringen. Er fährt seit zwei Wochen freudig mit seinem Laufrad, ich fahre den Panzer mit Hänger. Das Hängergespann ist dabei sehr praktisch, denn durch die Länge kann es notfalls als Straßensperre fungieren und Junior beim Überqueren schützen. So richtig verkehrssicher ist er mit seinen dreieinhalb Jahren noch nicht. Zum Glück kann man mit dem Rad fast durchgehend Schleichwege nutzen, wo keine Autos fahren. Eben habe ich ihn wieder abgeholt, und heute abend geht es die üblichen 10 km zur Arbeit. Ab morgen wird der Weg zum Kindergarten erstmal stressig, denn ab morgen soll Junior daran gewöhnt werden, mit dem Taxi zu fahren. In Frühschichtwochen kann meine Mutter ihn nämlich nicht hinbringen, Spätschicht kann ich derzeit nicht machen, weil Mutters nachmittags arbeitet, und Nachtschichtwochen sind rar. So besucht Junior seit einiger Zeit nur in den seltenen Nachtschichtwochen den Kindergarten, und das macht nun gar keinen Sinn. In Zusammenarbeit mit dem Jugendamt stellte sich als billigste Lösung das Taxi heraus, und das Jugendamt trägt sogar die Kosten. Ich werde den Rest der Woche also Junior im Taxi begleiten und vom Kindergarten heimlaufen, bevor ich schlafen gehen kann.

  2. Katastrophes Baumarktradstory #2
    Thailandfahrer

    Willkommen

    Hallo Katastrophe !

    Es freut mich das auch Du ob Deiner Arbeits- und Familienabläufe uns (mir) Einblick gibst/gewährst.

    Einige der Probleme mit dem Rad und auch weitere sind mir so nicht immer Gegenwärtig in "meiner Welt", daher werde ich sicher ein regelmäßiger Leser sein.

    Alles Gute beim Panzerfahren, wobei ich noch keinen Panzer mit Anhänger sah ... evtl. der mit Legefaltbrücke ...

    Grüße
    Thomas

    Ich bin 2 Jahre am Rennrad mit einem einfachen Anhänger (1achs, zentralstange) gefahren und habe wunderbare Radtouren erlebt. Flach ist das Teil kaum spürbar - auch mit so 25kg Gewicht wie bei mir - aber wehe es geht Bergauf ...

  3. Katastrophes Baumarktradstory #3
    FrankWurr
    Zitat Zitat von Thailandfahrer Beitrag anzeigen
    Flach ist das Teil kaum spürbar - auch mit so 25kg Gewicht wie bei mir - aber wehe es geht Bergauf ...
    Da hat sie Glück. Die höchsten Erhebungen rund um Neumünster sind künstlicher Natur und heissen alle gleich: "Brücken".
    Wind kann da schon mal eher lästig werden.

  4. Katastrophes Baumarktradstory #4
    gorillagela
    Hallöchen, schön dass Du schreibst.
    Die "Gelegenheitstouren" kenne ich. Man kommt auch dadurch auf Kilometer. Weiter so, Du packst das schon.

  5. Katastrophes Baumarktradstory #5
    Gruni
    Auch ich freue mich über jedes neue Tagebuch, ist immer wieder interessant
    die verschiedenen Sichtweisen des Radfahrens zu lesen.

    Viel Spaß

    Gruß Gruni

  6. Katastrophes Baumarktradstory #6
    Katastrophe
    Hallo, Thomas, der Panzer ist ein Alutrekker der billigsten Sorte, eben das Baumarktrad . Ab Werk schon 20 kg schwer, dazu noch fette Pannenschutzbereifung - Panne auf dem Weg zur Arbeit oder auch heimwärts wäre der GAU, da hängen mein Job und der meiner Mutter dran -, Gefrierschrankkörbchen, drei Schlösser, Reserveschlauch und Werkzeug. Der Panzer macht aber erstaunlich gut mit und ist nach über einem halben Jahr intensiver Nutzung immer noch nicht auseinandergefallen. Glück gehabt, hätte auch anders kommen können. Andere Klischees bediene ich wiederum sehr gut: Ich bin alleinerziehend, Hilfsarbeiterin in Zeitarbeit, Niedrigeinkommen. Nur Fernsehen haben wir nicht, sonst wäre es komplett. Mein Job ist auch nicht die Hölle, sondern der Himmel. Mit Hartz IV hätte ich ungefähr dasselbe Einkommen, aber keine netten Kollegen, keine Anerkennung, keine Auszeit von zu Hause und müßte mich dazu noch von den Behörden gängeln lassen. Es ist gut so, wie es ist, und ich bin es gewohnt, aus ganz wenig das Beste zu machen. Was man will und was man braucht, das sind zwei Paar Schuhe. Wollen würde ich, um beim Rad zu bleiben, auch gern Roses Multicross. Das wird aber nie drin sein, und der Panzer tut's auch. Wollen würde ich auch einen PC, aber Handy plus 5-Euro-Datenpaket surft auch. Vielleicht ist der Einblick in meine Welt für einige von Euch tatsächlich ganz interessant. Es ist eine unbequeme, aber dennoch lebendige Welt.

  7. Katastrophes Baumarktradstory #7
    Boogie
    ich finde es wahnsinn für solch einen enthusiasmus...hut ab...die wenigsten würden heute solche strapazen auf sich nehmen und dann doch lieber mit dem allerwertesten zu hause bleiben. ich danke dir für dein engagement!
    greetz B-

  8. Katastrophes Baumarktradstory #8
    Katastrophe
    Strapazen? Wo? Die größte Strapaze ist meine Mutter, aber das gehört nicht hierher. Und sonst - ich möchte nicht fiktiven Gestalten bei einem fiktiven Leben zuschauen, ich möchte lieber selbst leben. Leben, erleben, erfahren. Und mit Job ist mein Leben intensiver als ohne.
    Gestern hat mich der Panzer samt Hänger und Junior nochmal zu meinen Freunden geschafft, da ich dort etwas vergessen hatte. Im Vergleich zum Rabeneick ein Traum, aber das Rabeneick ist auch ohne Hänger schon ein Alptraum. Auf dem Weg zur Arbeit habe ich einen kleinen Umweg zu Penny gemacht, die letzten paar Euro in Lebensmittel umsetzen. Während der Nachtschicht kam eine Erkältung zum Vorschein. Ich habe gehustet und gehustet, das war nicht mehr feierlich. Die Muskeln im Oberbauch tun mir immer noch weh davon. Die erste Nacht der Woche ist auch die härteste, weil ich da einmal rund um die Uhr auf den Beinen bin. Entsprechend langsam bin ich heute früh mit dem Panzer nach Hause gerollt. Die Taxifahrt zum Kindergarten war kurz und schmerzlos, auf den Rückweg zu Fuß hätte ich jedoch heute gut verzichten können.
    Heute nachmittag kommt der Panzer wieder vor den Hänger, wir wollen zur Bank und nachschauen, ob schon Gehalt gekommen ist. Wenn ja, geht es gleich weiter zur Apotheke und zum Supermarkt. Wenn nicht, muß ich halt nochmal tapfer sein. Aber erstmal gehe ich jetzt schlafen. Gute Nacht.

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