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Schwalbe Marathon 2009

  1. Schwalbe Marathon 2009 #1
    koeter1097

    Schwalbe Marathon 2009

    Nachdem ich feststellen musste, dass sogenannte „Premiumreifen“ (in diesem Fall Conti TopContact) zwar preislich vorn liegen, ihre Eigenschaften aber nicht linear mitwachsen, sollte es was aus der „Mittelklasse“ werden. Zudem hat sich mit den Jahren eine Vorliebe für breitere Reifen entwickelt. Und da Schwalbe die wohl größte Auswahl an Formaten anbietet, wurde es ein Satz „normaler“ Marathon Jahrgang 2009 in 42-622. Kostenpunkt 19,50 pro Stück beim Händler um die Ecke.

    *** Montage ***

    Sehr einfach. Keine sich sträubende Pannenschutzeinlage. Mit wenig Nacharbeit sauberer Sitz.

    *** Fahreigenschaften ***

    Zu Beginn bin ich die Reifen mit 6 bar gefahren, was bei diesem Format schon ziemlich üppig ist. Das großzügig aufgetragene Gummi dämpft jedoch spürbar, so dass dieser Druck nicht gleich die Bandscheiben zerstört. Mit zunehmendem Reifenverschleiß habe ich den Druck auf zuletzt 5 bar gesenkt.

    Mit über 800g ist ein Marathon dieses Formats kein Leichtgewicht, allerdings bin ich diesbezüglich nicht empfindlich. Deutlich sensibler reagiere ich auf „unschönes“ Profil, und hier können die Reifen voll punkten – man spürt und hört das Profil nämlich auf der Straße nicht und hat dennoch auf lockereren Untergründen ein wenig mehr Grip als mit Slicks.

    Ein wenig mehr Grip, denn die Haftung ist bei diesen Reifen ein eher unerfreuliches Thema. Auf nasser Straße schmieren sie schnell weg, und zumindest bei den von mir bevorzugten, hohen Drücken sind die lockeren Untergründe mit sehr viel Vorsicht zu genießen.

    Trockene Straße ist erwartungsgemäß problemlos. Der halbrunde Laufflächenquerschnitt bleibt in Kurven unauffällig, und auch das Kantsteinklettern klappt ordentlich.

    Insgesamt Eigenschaften, mit denen ich im Alltag leben kann.

    *** Verschleiß, Pannenschutz ***

    Die Reifen machen sehr lange einen optisch neuwertigen Eindruck, und selbst zum von mir erkorenen Lebensende sehen die Dinger noch sehr brauchbar aus. Gummi ist bestimmt noch für 4. – 5.000 km drauf, und da ich den Reifen den Winterbetrieb erspart habe (dafür nehme ich inzwischen die „Plus“), gibt’s kaum Schnitte in der Lauffläche.

    Da ich im Alltag einen zuverlässigen Reifen brauche, müssen jedoch bei steigender Pannenanfälligkeit neue her. Und viel früher als gedacht war es soweit:

    4.775 Panne hinten (fetter Metallsplitter, kann passieren)
    8.305 Panne hinten (Ursache unbekannt)
    8.375 Panne vorn (Minisplitter)
    8.625 Panne hinten (gar nicht erst gesucht, weg damit).

    Da ich bei der Wahl zum Pannenkönig gewiss zu den nominierten gehören würde, ist der Pannenschutz für einen „Normalreifen“ völlig OK.

    *** Mein Fazit ***

    Angenehm zu fahrender Reifen auf Asphalt, schwächelt jedoch bei Nässe. Völlig ausreichender Pannenschutz, nur durchschnittliche Lebenserwartung. Insgesamt ein Durchschnittstyp.

  2. Schwalbe Marathon 2009 #2
    Findichgut

    Guter Testbericht...

    ... den ich bestätigen kann. Anmerken möchte ich, dass die ohnehin schlechten Eigenschaften bei Nässe in Kombination mit Kälte richtig krass werden. Da gibt es teilweise kein Halten mehr. Eine lange Haltbarkeit setzt eben eine harte Gummimischung voraus - dafür geht der Grip zweitweise in den Keller.

    Schönwetter-, bzw. Gelegenheitsradler sind mit dem Reifen sicher gut bedient. Allwetterfahrer sollten m. E. besser zu weichereren Modellen greifen. Es sei denn, sie suchen die zweitweilige Herausforderung.

  3. Schwalbe Marathon 2009 #3
    Scott Atacama
    Meine ersten Marathons (Generation HS 278 in der Dimension 37-622 von 1995) hielten hinten 13 Jahre, der Vorderradreifen wird sehr wahrscheinlich dieses Jahr abgefahren sein. Toi toi, Pannen hatte ich bisher keine und sogar einen Korniferendorn hatte ich glücklicherweise mal rechtzeitig ohne Panne letztes Jahr noch aus dem vorderradreifen ziehen können, bevor er den Mantel durchbohrt hatte.

    Hinten hatte ich 2009 den Reifen stellenweise bis auf die Pannenschutzeinlage durchgefahren, aber keine Panne. Der neue Hinterradreifen wurde ein Marathon der vierten Generation (HS 368 mit Kevlar-Guard) wie hier besprochen.

    Ich bekam diesen Hinterradreifen vom Händler so neu und frisch, dass sein Gummi noch sehr stark klebte und so einigen Dreck in den ersten Tagen mitnahm. Leider auch einen dornartigen Glassplitter an einer Unfallstelle eines morgens in der Frühe, so dass ich innerhalb der ersten Woche einen Platten hatte. Den Durchstich bemerkte ich nicht und der Platten hatte sich auch erst mit einiger Zeitverzögerung ergeben. Das spricht für den Kevla-Gürtel, der aber wie ich an einer Reifenprobe deutlich erkennen konnte, viel schmaler als einst ausfällt.

    Hoffentlich ist der neue Marathon Green-Guard mit dem Recycling-Kautschuk-Gürtel wieder besser und kann, wenn auch nun leicht schwerer wieder an die Haltbarkeit und den Pannenschutz der HS 278 anknüpfen.

    Rutschig wurde es mir bisher nur bei Straßenmatsch und Dreck. Ansonsten ist die Haftung und Spurtreue auch auf nassem Asphalt ganz ok. Auf Kies und Schotter komme ich mit Einschränkungen immer noch gut klar wie auf trockenem Waldboden und planierten Sandpisten. Nur wenn es auf Waldwegen mal feucht und matschig wird, ist Konzentration gefragt. Denn dafür ist das Profil dann einfach zu niedrig und zu glatt. Auch für den Winter ist der Reifen nichts. Auf Eis rutscht das Gummi wie Schmierseife und für Schnee fehlt der Biss.

    Dafür habe ich seit Anfang letztem Dezember die Marathon Winter Spikereifen, die ich für den Winter wie ebenso auch die Continental Nordic Spike sehr empfehle. Die haben für den Frost die richtige Gummimischung, mit den Spikes ist man auf dem Eis sicherer unterwegs als mit Straßenschuhen zu Fuß und das Profil beißt sich gut durch den allerdings eher jungen Schnee. Bei tauendem Schneematsch ist es leider mit der Selbstreinigung des Profils vorbei und der Matsch klebt und pappt permanent. Dennoch haben Winterfahrten ihren ganz besonderen sportlichen Reiz und es hat mir sehr viel Spaß gemacht mit den Spikes.
    Geändert von Scott Atacama (16.01.2011 um 20:13 Uhr)

  4. Schwalbe Marathon 2009 #4
    koeter1097
    gelöscht.....
    Geändert von koeter1097 (13.05.2011 um 15:21 Uhr)

  5. Schwalbe Marathon 2009 #5
    Prometheus

    Ausgewogener Allround Reifen

    Ja, vieles bereits genannte kann ich bestätigen. Der Marathon ist ein sehr einfach gehaltener, aber sehr praktischer Reifen. Einfach in der Handhabung, hart im Nehmen, äusserst langlebig.
    Auf Nässe nicht der Beste aber wohl ausreichend, bei eisigen Temperaturen und Feuchtigkeit in der Tat weniger Haftung, in der Folge 2 Stürze unter diesen Bedingungen. (lag natürlich nicht nur am Reifen! )
    Bisher bei 3 Paaren noch keine Panne erlebt, Splitter dagegen schon häfiger aus dem Reifen gepult!
    Was die Haltbarkeit angeht, so habe ich immer bereits die Gelegenheiten zum Wechseln genutzt wenn es noch garnicht notwendig war... die Berichte über die Kilometerleistung anderer spricht allerdings Bände.
    Für Trekking oder Alltagsnutzung ist der Grip bei den empfohlenen 3,5-4,5 bar gut. Für Feldwege immer noch gut. Offroad lässt das schnell und spürbar nach. Kommt Nässe dazu wird's gefährlich, geht aber vielen Reifen so.
    Das Profil ist eines der ansehnlicheren, ich mag es.
    Der Preis ist an der Langlebigkeit gemessen günstig. In kritischen Wetter- oder Fahrsituationen wäre aber noch mehr Grip schön.
    Alles gesagte gilt für Normalfahrer, wer deutlich sportlich unterwegs ist mag wahrscheinlich mehr Haftung haben wollen im Grenzbereich.

    Alles in allem ein sehr ausgewogener Allroundreifen für viele Standardbereiche, nicht ohne Grund eine häufige Empfehlung.


    Gruß

    Prometheus
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