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Vittoria Randonneur Pro

  1. Vittoria Randonneur Pro #1
    koeter1097

    Vittoria Randonneur Pro

    Formate: 32-622, 37-622 (meiner, 430g), 40-559. Faltreifen. "Double Shielding" Pannenschutz. Die Mitte der Lauffläche ist Gummi pur, die Seiten zieren diagonale Alibi-Profilschnitte, ein Intermediate also. Schwer zu bekommen, idR nur im Versand, ca. 25 Euro/Stück.

    Vorher gefahren: Schwalbe Marathon Slick und Marathon Racer. Beide wegen katastrophalen Pannenschutzes verbannt. Michelin Transworld City. Guter Pannenschutz, unangenehme Fahreigenschaften.

    Winterreifen: Conti Twister.

    Erstmontage

    Da die stabilisierende Drahteinlage fehlt, flutscht das Reifchen nur zu gern wieder von der Felge. Ohne Werkzeug geht nichts. Wenn der Reifen sitzt, starker Faltenwurf der Flanken. Ein bar Druck reicht aber bereits für faltenfreies Aussehen, und das anschließende, zentrische Ausrichten des Reifens ist sehr einfach. Wenige Handgriffe reichen aus, um den Wulstkern aus dem Felgenbett zu befreien und sauber auf der Felgenschulter zu drapieren.

    Wiedermontage ist deutlich leichter.

    Fahreigenschaften

    Vittoria lässt maximal 5 bar Druck zu, der von mir auch gefahren wird. Im Vergleich zu den Marathon Racer, die nicht nur mit einer extrem dünnen Lauffläche sondern auch mit bis zu 6,5 bar Druck antreten, fährt man hier ein Komfortwunder. Kleine Steinchen oder Äste werden plötzlich wieder ansatzweise vom Reifen weggefedert, statt sie einfach nur ruppig zu überspringen.

    Auf Geräusche wartet man vergeblich. Bei profilloser Geradeausfahrt nicht verwunderlich, aber auch in Schräglagen lassen sich die Randonneur höchstens ein dezentes Schmatzen entlocken. Summende Profilblöcke gibt's nicht.

    Die Dosierung vom Schräglagen gelingt dank des annähernd halbrunden Laufflächenquerschnitts ähnlich gut wie bei den Racern, die insgesamt weichere Struktur flößt mir im Alltag aber mehr Vertrauen ein, da ich mir nicht so viel Gedanken über im Weg liegenden Unrat machen muss. Wer mit den Racern bei starker Schräglage auf Unbill stößt, dem bricht schnell der Schweiß aus. Die Vittoria federn vieles weg.

    An der Haftung gibt es bei Trockenheit nicht viel zu mäkeln. Sie machen alles mit, heftiges Bremsen wie Schräglagen, reagieren auf Verschmutzungen aber sensibler, als die Racer.

    Bei Nässe gehe ich die Sache ohnehin vorsichtig an, habe aber trotzdem mehrfach und unfreiwillig Grenzbereiche aufgesucht. Während "normale" Nässe problemlos zu bewältigen ist, wird die Lage kritisch, wenn aus "Dreck" dank der Zugabe von Wasser "Schmiere" wird. Nennenswerte Schräglagen sollte man tunlichst vermeiden, und die bei Nässe schwierig zu dosierenden Bremsen meines Rades haben mehr als einmal zu einem wegschmierenden Vorderrad geführt. Wer sich daran stört, kann ja zum "Randonneur Cross Pro" greifen. Gleicher Aufbau, 30g schwerer und stärker profiliert.

    Rollwiderstand laut Fachpresse: Marathon Racer im Format 35-622 28,8 Watt, Vittoria in 37-622 dagegen 29,7 Watt (Trekkingbike 5/06). Das alles bei gleichem Luftdruck von 4 bar. Durch den höheren möglichen Luftdruck der Racer (6,5 zu 5 bar) lässt sich die Differenz noch vergrößern. Aber: Im Test waren die Randonneur die „Pannenschutzreifen“ mit dem geringsten Widerstand.

    Verschleiß, Pannenschutz

    Auf bislang über 6.000 km keine Panne, die sonst durchaus überzeugenden Schwalbe mussten nach 700 km (Slick) bzw. 1.100 km (Racer) nach jeweils mehreren (!) Durchstichen das Feld räumen. Einschnitte im Profil sind auch bei den Randonneur einige zu erkennen, aber nichts hat bislang den Weg nach innen gefunden.

    In Sachen Verschleiß machen die Reifen optisch einen guten Eindruck und wirken annähernd neuwertig. Auch in Fahrt können sie noch immer überzeugen. 8. - 10.000 km sehe ich inzwischen als Minimum in Sachen Laufleistung an. Ich bin gespannt.

    *** Edit ***

    Nach knapp 6.800 km nun doch eine Panne vorn. Ein ca. 2 - 2,5 cm langer Dorn von irgendeinem Busch war der Übeltäter. Der wäre auch durch einen neuen Reifen geschlagen.

    *** Edit ***

    Nach 8.800 km eine weitere Panne, diesmal hinten. Scherbenhaufen. Lauffläche an mehreren Stellen perforiert, nur noch hauchdünn Gummi über der Pannenschutzeinlage. Bei 9.000 sind die Vittoria in den Müll gewandert.

    Mein Fazit

    Vittoria zeigt, wie man einen angenehm und schnell zu fahrenden Reifen mit gutem Pannenschutz und niedrigem Gewicht kombiniert. Bei Schwalbe musste man sich bislang für gute Fahreigenschaften (die Vittoria ähneln hier dem Marathon Slick) oder guten Pannenschutz (Marathon Plus, fast 1kg pro Stück) entscheiden. Vielleicht kriegt der Marathon Supreme zum Premiumpreis die Kurve, ansonsten bleiben die Vittoria für mich erste Wahl.
    Geändert von koeter1097 (11.03.2008 um 15:03 Uhr)

  2. Vittoria Randonneur Pro #2
    whitewater
    Moin,
    hast Du eine Ahnung, wie sich der Randonneur Pro mit einem Seitenläufer Dynamo verträgt? Sind die Seiten empfindlich?
    Gruß
    Martin

  3. Vittoria Randonneur Pro #3
    koeter1097
    Da ich selber mit Akkubeleuchtung fahre, kann ich nur raten... Die Reifen holen ihr niedriges Gewicht nicht nur aus dem Wegfall der Drahteinlagen, sondern auch durch die extrem dünnen Flanken.. Wäre insofern etwas skeptisch. Andererseits - was soll ein gut eingestellter und nicht rutschender Seitenläufer schon anrichten?

  4. Vittoria Randonneur Pro #4
    whitewater
    Zitat Zitat von koeter1097 Beitrag anzeigen
    Andererseits - was soll ein gut eingestellter und nicht rutschender Seitenläufer schon anrichten?
    Hmmm... für mal geht das sicher, für den Winter durch werde ich dann wohl doch "dicke Puschen" fahren. Da hab ich im Moment (SilentoII) sogar eine extra geriffelte Laufbahn für den Seitenläufer drauf.

  5. Vittoria Randonneur Pro #5
    koeter1097
    Zitat Zitat von whitewater Beitrag anzeigen
    Da hab ich im Moment (SilentoII) sogar eine extra geriffelte Laufbahn für den Seitenläufer drauf.
    Die hat der Vittoria auch, aber ich würde auch auf Nummer sicher gehen. Außerdem taugt der fürn Winter nix. Auch der Cross pro hat einen recht geringen Anteil Negativprofil.

    *** Edit***

    ... aber immer noch mehr als der Silento, wie ich gerade gesehen habe

  6. Vittoria Randonneur Pro #6
    whitewater
    So,
    nachdem ich auch durch koeters Anraten die ersten 500km auf RPro 622x37 abgefrühstückt habe, ein erstes Fazit:
    Ich fahre den Reifen auf einer 15er Felge, also eigentlich zu schmal und eher mit 4 als mit 5 bar. (habe vorn sogar mit bis zu 3 bar gespielt). Damit baut der Reifen nur gut 32mm breit, wird aber noch nicht schwammig. Die 4 bar sind noch ein Stück komfortabler als 5, darunter ist eigentlich kein Unterschied mehr zu spüren, bevor man in den Bereich der Schlangenbisse kommt. Ist aber kein Balloonbike-Feeling.
    -kein Platten auf 500km ist schon mal ein guter Anfang eine Haltbarkeitsnote gibts frühestens Ende des Jahres.
    -Intermediate halte ich für etwas geprahlt, die Verschleissindikatoren auf der Lauffläche ändern meines Erachtens nichts an dem Slickcharakter.
    -Die von koeter geschilderten leichten Probleme bei der Erstmontage hab ich nur wahrgenommen, weil er drauf hingewiesen hatte. Mit je einer linken und rechten Hand absolut beherrschbar.

    Alles in allem für mich zur Zeit der beste Reifen, in der Kombination
    -Gewicht (=oder besser als MSupreme) für diese Breite
    -Preis
    -Haltbarkeit (wenn die Kollegen recht behalten)

    Bzgl. Fahrverhalten bin ich vorsichtig, da ich nicht 5 Reifen ständig wechsele, in jedem Fall ist mir absolut nichts negativ aufgefallen.
    Leichte Rutscher bei Reif oder im Matsch sind beim Slick ok, durch den sehr runden Querschnitt kippt er sehr gleichmäßig in die Kurve.

    Einziges Manko ist wirklich die Beschaffung. Wollte eingentlich den Pro Cross in 32. Aber dann musste es ja schnell gehen, und Rose hat nur.....


    P.S.: So wie der Winter hier in Bochum bis jetzt war..dafür taugte er auch
    Geändert von whitewater (21.02.2008 um 11:56 Uhr)

  7. Vittoria Randonneur Pro #7
    koeter1097
    Die Dinger sind jetzt mit 9.000 km ziemlich am Ende. Lauffläche hauchdünn, und der Winter hat seine Spuren hinterlassen. Zahlreiche Schnitte, insbesonde hinten klaffende Wunden - bin wohl durch einen Scherbenhaufen gefahren. Im sommer würde ich noch 1.000 km fahren, nach der zweiten Panne vorgestern ist mir das nun zu riskant.

  8. Vittoria Randonneur Pro #8
    Frankenbu
    Darf man fragen was jetzt drauf kommt? denn bisher hört sich das gut an und würde gerne mehr berichte von Dir hören

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