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25.02.2010, 12:35 Ein Fahrrad von real.- (Erfahrungsbericht) #1bhoernchen
Ein Fahrrad von real.- (Erfahrungsbericht)
…..oder wie ich das Wesen moderner Räder kennenlernte.
Aus aktuellem Anlass verfasse ich hier mal einen kleinen Erfahrungsbericht über die Spezies der günstigen Super-und bestimmt auch Baumarktbikes.
Damit man sich besser mit meiner Situation identifizieren kann,oder auch feststellen,daß man selber ganz andere Ambitionen haben wird,werde ich etwas weiter ausholen.
In Anbetracht meines fortschreitenden Lebensalters würde meine Geschichte irgendwo knapp nach Adam und Eva beginnen,aber ich kürze den Anfang mal bissle ab. *g*
Als Kind und Teenager war ich eigentlich recht fahrradbegeistert,immer damit unterwegs und für die Instanthaltung des gesamten familiären Radfuhrparkes verantwortlich,da ich gerne an den Bikes rumschraubte!
Mit 15 Jahren kam dann das Mofa und fertig war mit Fahrrad.
Anfang der 90er kaufte ich mir ein „Mountainbike“ beim damaligen Vorgängersupermarkt vom real……weiß gar nimmer wie der hieß.....für 300DM.
Damit fuhr ich die ein oder andere Tour am 1 Mai und das war´s auch eigentlich.
Vor einigen Jahren,ich war knapp über 30 und die gemütlichen Abende mit einer Flasche Rotwein,lecker Abendessen und Knabberzeugs zu einer DVD hinterließen langsam ihre Spuren in Form zu knapper Hosen.
Irgendwann kam der Punkt an dem ich die Kurve bekommen wollte.
Ich entstaubte das alte Rad und begann zu radeln.Daß es um meine Kondition schlecht bestellt sein würde war mir klar.Daß ich aber nach 5-6 Kilometern Fahrt kaum noch die Treppe in meine Wohnung hochkam machte schnell klar,daß es um die Kondition extrem schlecht gestellt war....geradezu katastrophal.
Egal,ich kämpfte beharrlich.Stellte meine Ernährung um,hatte meine feste kleine Radstrecke die ich versuchte in immer kürzerer Zeit zu schaffen.Dann begann ich die Strecke auszudehnen und kam schnell an die Grenzen des alten Schrotthaufens……..ein neues Bike musste her.
Tja,geschieden,2 Kinder,normales Einkommen....hmh,das sieht finanziell nicht nach einem High-End Bike aus!Bei real gab es allerdings ein Trekking-Bike welches von weit über 200€ auf 199€ heruntergesetzt war...Federgabel,24 Gänge,vorne eine mechanische Scheibenbremse,hinten V-Brake,Alurahmen….hört sich doch toll an.
Bei den real-Bikes gibt es immer die Abstufungen in der Ausstattung.Diese beginnt bei 100,dann 200,300…….usw. Mein Radel hatte hinten die 200,also war das doch nicht grad das einfachste,sondern sicherlich ganz gut.
Also das Geld zusammengekratzt,zu real gepilgert und Rad gekauft!
Hui,ein tolles Teil.Lief doch schon viiiieeel besser als das Uralt-MTB.Toll.Die Strecken die ich damit fuhr wurden immer länger.Meine tägliche Fahrt zur Arbeit....kein Problem mehr. Die erste Ernüchterung kam dann auch bald. Ich befand mich auf der Heimfahrt von der Arbeit,als plötzlich ein leichtes Schleifen der vorderen Bremsbeläge zu vernehmen war.Direkt danach fuhr es sich immer beschwerlicher bis sich das Vorderrad gar nimmer drehen wollte. Hab die Stellschraube der Bremse verdreht,damit es wieder läuft und ab in Richtung Heimat....stand aber schon wenige hundert Meter wieder da mit blockierendem Vorderrad.Die restlichen 7 Kilometer die ich zu Fuß mit angehobenem Vorderrad das Bike schiebend absolvierte,konnte ich mich so richtig über mein tolles Schnäppchen freuen.Ich schraubte und justierte zu Hause an der Bremse herum wie wild,kam aber zu keinem befriedigenden Ergebnis....eine der Schrauben blieb zeitlebens etwas gelockert um einen ordentlichen Lauf zu gewährleisten.Dieses System funktionierte zwar einwandfrei,aber war so wohl nicht im Sinne des Erfinders.
Solange ich meine Überlandfahrten durchzog,war das Bike auch ganz zuverlässig.Hab nicht nur einmal Rennrad-Mannschaften überholt.*g*Legendär das Überholmanöver als ich an einem MTB vorbeizog,obwohl sich an meinem Rad noch ein Anhänger,beladen mit den beiden Kinderfahrrädern meiner Jungs,befand.Soweit gab es also wirklich nix zu bemängeln an dem Teil.Was wusste ich denn von anständigem Fahrradgewicht??18kg sind doch nicht viel.
Irgendwann kam ich auf die Idee mich in die Berge zu wagen.Dieser Gedanke lag schon deshalb nahe,da ich jeden Morgen einen Umweg in Kauf nahm wenn ich zur Arbeit fuhr,da der kürzere Weg über einen Berg führte.Dieser Berg war schätzungsweise über einen Anstieg von insgesamt knapp 200 Metern zu erklimmen.Durch meine leider nach wie vor irgendwie vorhandene Kurzatmigkeit bei extremer Anstrengung dauerte es seine Zeit bis ich diese Strecke problemlos in einem Rutsch schaffte,aber es klappte irgendwann.Somit begannen die höheren Ziele……..in Form einer Burgruine auf etwas über 400m.Auch diese Strecke schaffte ich zunehmend besser.Aber bei eben jenem Bestreben kamen schon die nächsten Schwachpunkte des Rades zum Vorschein.Der erste Schwachpunkt war die Feststellung,daß die immer wieder einfedernde Gabel das ganze Bergaufstrampeln noch schwieriger macht.Was sollte denn das für eine Erfindung sein?? Toll.Ich wunderte mich ja schon über diese bekloppte Erfindung der Fahrradindustrie.Der nächste Schwachpunkt machte sich bei jedem Rückweg bemerkbar....da ging es schließlich steil bergab…..auf nicht gerade ebenmäßig ausgeteerten Straßen....bei jedem Schlagloch,oder größerer Bodenwelle schlug die Federung voll durch.Ein sehr unangenehmes Gefühl,da ich immer Angst hatte,daß mir irgendwann die Einzelteile um die Ohren fliegen werden.Und frecherweise kam ich ja auch noch auf die Idee die Schwarzwaldhochstrße befahren zu müssen.Der Mummelsee liegt bei knapp 1000 Metern und war schon ein Erfolgserlebnis.
Während dieser ganzen Zeit befasste ich mich erstmal wenig mit der heute üblichen Fahrradtechnik. Da mir aber so langsam dämmerte,daß dieses Rad nicht das Gelbe vom Ei war,schlenderte ich eben doch wieder regelmäßig bei meinem Einkauf durch die Fahrradabteilung und sah mich um.In meinem real wurde zu dieser Zeit auch verstärkt der Fahrradverkauf angekurbelt und es wurde ein ausgebildeter Zweiradmechaniker eingestellt,der neben Beratung,Verkauf,Bestandserhalt auch kleinere Reparaturen,Einstellungsarbeiten und Inspektionen vornahm. Mit diesem kam ich auch öfter in´s Gespräch und wir kamen ganz gut miteinander aus. Geschäftlich miteinander zu tun bekamen wir,als mein Fahrrad an plötzlich auftretendem,akuten Zahnausfall litt. Leicht ironisch lächelnd wies mich der Fachmann auch darauf hin,daß es schon eine Frechheit von mir wäre,das Rad seiner Bestimmung gemäß so übertrieben häufig zu nutzen......dafür ist so ein Dingens nicht gebaut.Die Reparatur ließ sich noch irgendwie als Garantieleistung abservieren,welche eine Fachkraft des Lieferanten erledigte,nach dem Hinweis meines Mechanikers doch lieber den Tacho wegzumachen,daß dieser Herr die Laufleistung nicht unbedingt zu sehen bekommt.*lol*
Naja,allerdings war das alles eh nicht zu verbergen.Die Zahnkränze der Kurbel hätten eigentlich nur noch als Ninja-Wurfring gute Dienste geleistet.Auch war mir gar nicht bewusst,daß es hintere Ritzel gibt,die man einfach mal so schnell wechselt und gegen neue Austauscht.Mein Fahrradwissen war also auf einem absoluten Nullpunkt.
Dies änderte sich erst mit den Gesprächen die ich mit dem Mechaniker führte und die mir immer mehr die Augen öffneten über den Schrott den ich da bewegte.
Dieser Typ versuchte übrigens so ein kleines bisschen von dem Neuschrott wegzukommen und etwas qualitativ höherwertiges an den Mann,oder die Frau zu bekommen.Da standen dann auch gerne mal recht gute Bikes mit Magura-Komponenten und dergleichen herum. Ausserdem standen irgendwann 2 Rennräder da in die ich mich sofort verliebte,aber die wiederum zu teuer waren.Ich habe mir dann aber doch eines gekauft,als Fitnessbike,und die ca.500€ sprachen auch wieder nicht für ein super Rad. Allerdings gab es diesmal einen entscheidenden Unterschied: Dieses Bike hatte einen richtig guten Rahmen auf dem man mit der Zeit ein gutes Bike aufbauen konnte. Ich fand im Laufe der Zeit auch einiges darüber im Internet.Hersteller war Hawk in Berlin....findet man im Netz unter Nox.( der Rahmen nennt sich Airbase ) Das Rad an sich bekam auch richtig gute Kritiken in einigen Printmedien und war ideal für jemanden wie mich,der gerne über die Berge rast.Die Ausstattung bestand natürlich aus dem untersten Shimano-Segment,was aber im Laufe der Jahre geändert werden sollte.
-Ende Teil 1-(darf nur 1000 Zeichen )
Geändert von bhoernchen (25.02.2010 um 13:51 Uhr)
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25.02.2010, 12:36 Ein Fahrrad von real.- (Erfahrungsbericht) #2bhoernchen
Teil 2:
Das Trekkingbike hatte dann ausgedient.Im Prinzip war es auch kaum mehr zu gebrauchen.Alles was irgendwie Zähne hat war total im Eimer und lohnte kaum es zu erneuern.Die Federgabel war absolut am Ende. Der Rahmen war zwar immernoch top und hatte keinen Schaden,aber es war kein Rahmen aus dem man noch irgendwie was gescheites hätte zaubern können.Ich kann nicht mehr sagen wie lange ich das Rad fuhr,aber 3 Jahre dürften es gewesen sein.Und ab einem gewissen Punkt war der Spaß daran einfach weg.Zuviele Dinge die nicht 100% funtionierten und zuviele Teile die man kaum vernünftig erneuern konnte.
Fazit:
Wäre ich mit dem Rad hin und wieder in´s Umland,oder alle paar Monate zur Arbeit,oder Bäckerei um die Ecke geradelt,dann hätte es ausgereicht und einige Jahre überdauert. Falls man allerdings mit dem Gedanken spielt,einen regelmäßigen Sport zu betreiben,oder gar alltäglichen Nutzen daraus gewinnen will,dann stoßen Rahmen,verbaute Komponenten,und das bei allen doch immer recht hohe Gewicht sehr schnell an persönliche Grenzen. Und spätestens wenn man sich etwas in die Materie eingearbeitet hat,merkt man schnell,daß man nicht einfach ein paar Euro investieren kann um hochwertigere Komponenten zu montieren…..es lohnt sich nicht,oder stösst technisch an Grenzen.
PS:
Das Fitnessbike fahre ich immernoch. Hatte nach einem Jahr schon 10 000km runter.Inzwischen dürften es um die 40 – 50 000 sein,und es bekam vor einem Jahr eine neue Kurbel samt Lager. Wohne jetzt woanders und habe eine gute Werkstatt in der Nähe wo das Bike von 3-fach auf 2-fach Kurbel umgebaut wurde.Demnächst werde ich dann auch mal Schaltwerk und –hebel gegen höherwertigere Teile austauschen.Geändert von bhoernchen (25.02.2010 um 13:52 Uhr)
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25.02.2010, 13:05 Ein Fahrrad von real.- (Erfahrungsbericht) #3Peter Pansen
Hast Du mal bitte 'ne Lupe für mich?
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25.02.2010, 13:21 Ein Fahrrad von real.- (Erfahrungsbericht) #4bhoernchen
Sorry,weiß auch net was mir da verkruschtelt hat

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25.02.2010, 13:30 Ein Fahrrad von real.- (Erfahrungsbericht) #5Peter Pansen
Du kannst mit klick auf [Ändern] und dann [Erweitert] sowohl den Schrifttypen wie auch die Schriftgrösse nachträglich ändern; zu bevorzugen sind dann serife Schriftarten (Sans Serif oder Arial oder sowas).
Der Text scheint interessant zu sein, aber für mich (und vermutlich auch für die meisten anderen) nur sehr schwer zu lesen.
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25.02.2010, 13:38 Ein Fahrrad von real.- (Erfahrungsbericht) #6nomoregears
Die Schriftart oder -größe ist es nicht. Es liegt an den fehlenden Absätzen. Eine Leerzeile alle fünf Zeilen hilft bei sehr langen Texten schon weiter, und die einzelnen Zeilen verschwimmen nicht vor den Augen.
Gruß, Paule
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25.02.2010, 13:39 Ein Fahrrad von real.- (Erfahrungsbericht) #7marcfw
An alle Blindschleichen,
der Text ist Klasse, lesen lohnt sich.
Ich musste aber auch immer mal wieder ein Wort am Zeilenanfang markieren, um nicht die Orientierung zu verlieren.
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25.02.2010, 13:43 Ein Fahrrad von real.- (Erfahrungsbericht) #8Haegar
Serifen sind die kleinen Striche oben und unten an Buchstaben, also z. B. bei der Garamond (EDIT: sehe gerade, dass zumindest bei MIR die Garamond voellig in die Hose geht und das bei der schoenen Schrift!) oder der Times New Roman
Sans Serif (wie der Name schon sagt) oder Arial, aber auch etwas namhaftere Schriften, als der M$ Quark, wie z. B. Futura, Helvetica etc. haben eben KEINE Serifen.
Serifen erhoehen die Lesbarkeit eines Textes deutlich, weil sie dem Auge eine Zeilenfuehrung geben. Alternativ dazu sollte man bei Text einfach die Schrift ein wenig kleiner und den Durchschuss (also den Zeilenabstand) etwas erhoehen. Ich schreibe laengere Dokumente fast immer mit dem 1.3-fachen Zeilenabstand.
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