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12.11.2009, 15:02 Patria Randonneur 26" #1Sebi_radelt
Patria Randonneur 26"
In diesem Forenthread habe ich nach meinem neuen Fahrrad gefragt und nach vielen Überlegungen und Vergleichen zwischen Utopia, Patria, Maxcycles und VSF ergab sich Patria als Spitzenreiter.
Das lag unter anderem auch an dem besten Preis-/Leistungsverhältnis, denn Patria ist aufgrund des einfacheren Rahmenbaus (kein Kreuzrahmen) und einer pragmatischeren Komponentenauswahl deutlich günstiger als Utopia.
Die genaue Herleitung, wieso es das Patria Randonneur geworden ist, findet ihr im oben verlinkten Thread, denn jetzt geht es ja um einen Test des Rads.
Erstmal ein paar Worte über die von mir gewählte Ausstattung:
- Patria Randonneur (Stahlrahmen, gemufft)
- 14-Gang-Rohloff-Speedhub Nabenschaltung mit interner Ansteuerung
- 26" Laufräder mit Schwalbe Supreme-Bereifung
- Starrgabel
- BUMM Lumotec IQ Cyo Frontscheinwerfer
- BUMM Selectra Rücklicht
- SON 20R Nabendynamo
- Tubus Logo Gebäckträger mit Federklappe
- Speedlifter zur einfachen Höhenverstellung bei AHEAD-Steuersatz
- zweiter Satz Bremshebel
- V-Brakes
- Schutzbleche
- Hinterbauständer
- Hebie Chainglider Kettenschutz
- Pitlocks für Laufräder und Gabel
- 3 Getränkehalter
Besonderheiten:- Rahmenhöhe ohne Sitzrohrüberstand, damit das Oberrohr höher kommt
- Schaltknauf am Vorbau montiert
- komplett ohne Dekor
- kein Pumpennippel
- eigene Klickpedale montiert
Als Farben für das Rad habe ich mit weiß mit silbernen Anbauteilen ausgesucht bis auf das Lenkerband, die Sattelstütze und den Sattel, die sind schwarz.Fahrgefühl:
Ich möchte das Rad als Alltagsrad nutzen, zum Training und für Radreisen. Die Aspekte Training und Alltag habe ich schon ausgetestet.
Wenn man aufs Rad steigt und nach dem Lenker greift merkt man es gleich: dies ist ein Renner!Das Patria Randonneur als Trainingsrad:
Aufgrund der sportlichen Sitzposition sitzt man recht geneigt auf dem Rad, hat mit dem Rennlenker aber ausreichend Griffmöglichkeiten um es sich bequem zu machen. Man sitzt gut im Sattel und kann das Rad gut kontrollieren. Der Wendekreis ist erwartungsgemäß klein und das Rad schön wendig ohne dabei außer Kontrolle zu geraten. Die ersten Ausweichmanöver meisterten das Rad und ich mit Bravour. Niemand wurde verletzt und mit der Rohloffschaltung nimmt man danach auch schnell wieder Fahrt auf.
Zur Anbringung eines Rohloff-Schaltknaufs an Rennlenkern bin ich bei meinen Recherchen auf drei Möglichkeiten gestoßen:
Rennlenker zweiteilen und Schaltknauf dazwischen setzen (kommt mir wackelig vor, würde ich mich unsicher fühlen)
zwei Halbschalen am Rennlenker montieren (schöne Lösung, jedoch seeeehr teuer)
am Vorbau (habe ich gewählt, weil es am günstigsten und schnellsten ging)
Zunächst war ich skeptisch bezüglich der Anbringung des Schaltknaufs am Vorbau, da ich Umgreifen zum Schalten nicht gewöhnt bin aber das ist eigentlich kein Problem. Der Vorbau ist stabil genug, sodass man sich darauf auch abstützen kann und man genauso schnell wie mit einer Kettenschaltung schalten kann. Positiv fallen bei solchen Bremsmanövern die zusätzlichen Bremshebel ins Gewicht mit denen man einfach schneller und intuitiver Bremsen kann ohne in die tiefe Position des Rennlenkers greifen zu müssen. Ich empfinde das als sehr angenehm, gerade für den Einsatzbereich als Alltagsrad.
Nachdem ich meine Reisegeschwindigkeit erreicht hatte, waren die einzig vernehmbaren Geräusche das angenehme Surren der Supremes auf dem Asphalt, der kalte Fahrtwind in den Ohren und, leider, leichtes Schlurren des Chaingliders.
Der Randonneur geht tief in die Kurven und durchfährt sie schnell und stabil. Das Zurückgleiten in die Aufrechte geschieht sanft ohne Ruckler und man kann locker weiter in die Pedale treten. Durch die 14-Gangschaltung ist es problemlos möglich eine hohe Trittfrequenz zu realisieren (ich komme von 7-Gang-Nabe) und auf langen Abfahrten kann man mit dem Rennlenker eine windschnittige Sitzposition realisieren.
Nachts gehen Fußgänger aufgrund des hellen und weit ausleuchtenden Scheinwerfers automatisch zwei bis drei Meter zur Seite und ehe sie realisiert haben, dass es nur ein Fahrrad ist bin ich auch schon wieder weg - sprich: der Scheinwerfer taugt auch zum schnellen Fahren.
Die Reifen taugen allerdings hauptsächlich für die Straße. Der Grip ist auch bei Nässe hervorragend aber die Supremes sind keinesfalls geländetauglich!
Meine Waldfahrten musste ich abbrechen, da die Reifen einfach nur durchdrehten :/ (Feldwege und Schotter sind kein Problem, nur rutscht der Reifen beim hefitgen Bremsen etwas)
Auch bin ich einem Sturz durch nasses Laub nur knapp entgangen, aber das wäre mit meinem alten Cityrad sicher auch so gewesen (außer vielleicht, dass man sich damit nicht unbedingt so in die Kurve legt).
Der Geradeauslauf ist hervorragend. Das Rad hat einen tiefen Schwerpunkt, weshalb es sich auch ungelenkt stur geradeaus über Schlaglöcher und Gullideckel drückt.
Um es vorweg zu nehmen: bedingt geeignet.Das Patria Randonneur als Alltagsrad:
Das Rad ist schnell, die Schaltung lässt sich gut sportlich fahren aber mit Schutzblechen, Lichtanlage und Gebäckträger ist das Rad eben kein Sportgerät mehr und das merkt man auch beim Fahren. Wer mal einen reinrassigen Renner gefahren ist merkt den Unterschied sofort. Dennoch reicht der Kompromiss für meine Belange völlig aus. Ich habe eine sportliche, abwechslungsreiche Sitzposition und kann mit den 14 Gängen jederzeit eine hohe Trittfrequenz fahren. Durch die Lichtanlage ist es mir auch möglich meine Einheiten im Winter abzureißen und die Supremes rollen sehr leicht ab.
Hätte ich mir ein reines Trainingsrad gekauft, wäre es wohl ein 28" Renner mit schmaler Bereifung geworden - dann jedoch würde es nicht für den Alltag taugen und so kann ich meine Trainingseinheiten gleich mit dem Besuch entfernt wohnender Freunde verbinden und das Sixpack Bier noch mitbringen.
Für mich also ist diese Zusammenstellung des Patria Randonneur völlig ausreichend.
Für mich wiegt vor allem eins schwer in der Wertung als Alltagsrad: der Nabendynamo.Das Patria Randonneur als Reiserad:
Man spürt ihn nicht bewusst und hat immer Licht. Die LEDs brennen nicht durch, wenn man zu schnell fährt (bei meinem Cityrad durfte ich nicht so schnell fahren, weil sonst die Birnchen durchbrannten) und durch die Automatik braucht man noch nichtmal dran zu denken das Licht einzuschalten.
Und eigentlich fehlen dann zum Alltagsrad auch nur noch die Schutzbleche und der Gepäckträger. Dadurch, dass das Rad ansonsten so leicht ist wird daraus ein sehr leichtes Alltagsrad (Trekkingräder sind teils deutlich schwerer) mit Sprintqualitäten (was besonders bei zahlreichen Ampelstops toll ist - bin immer der erste der wieder weg ist
)
Das konnte ich leider noch nicht testen. Durch den stabilen Stahlrahmen, die Nabenschaltung und den Tubus Logo fühle ich mich aber gut gewappnet für lange Touren abseits der Zivilisation. Daher habe ich mich auch für die 26"-Radgröße entschieden.Die Verarbeitung:
Der Rahmen ist aus 25 Cr Mo 4-Stahlrohren gefertigt und gemufft. Die weiße Metalliclackierung ist tropf- und nasenfrei aufgetragen, zusätzlich kommt der Rahmen wachsversiegelt vom Hersteller. Sämtliche Kabelführung ist extern. Ich habe das Rad komplett montiert beim Händler abgeholt. Alle Kabel und Seilzüge sind sauber verlegt und mit Kabelbindern gesichert. Kritische Stellen (Gabel/Lenker) zusätzlich mit Schutzhüllen ummantelt. Das Lenkerband hält bisher sehr gut.Patria als Fahrradhersteller:
Den Chainglider betrachte ich mit zweierlei Auge. Er ist dicht und legt sich komplett um die Kette, sieht zudem moderner aus als der klassisch-holländische Vollkettenschutz. Er lässt sich zum Radwechsel leichter demontieren und wiegt außerdem sehr wenig (alles Kunststoff).
Als sehr negativ nehme ich jedoch die Schleif- und Klappergeräusche war. Besonders weil das Rad sonst lautlos ist - da klappert nichts außer dem Hebie.
Bei Kantsteinen rappelt der Chainglider auf den Kettenblättern und beim Fahren vernimmt man bei bestimmten Winkeln ein deutliches Schleifen, stets aber leises Schlurren. Mich stört das, aber es ist auch kein Weltuntergang (hee, es ist ein Fahrrad und kein Spaceshuttle).
Ich habe diverse Male mit Patria telefoniert (insbesondere auch wegen des Schaltknaufs) und auch im Gespräch mit meinem Händler sind einige Fragen aufgetaucht, die er an Patria weitergegeben hatte. Alle Fragen konnten fachkundig beantwortet werden und die Erklärungen waren sinnvoll, sodass auch ich als Fahrradlaie verstand, weshalb es PAtria so und nicht anders macht.Sonstiges:
Im Verlgeich zu Utopia hatte ich zunächst das Gefühl, Patria würde schlechtere Komponenten verwenden, stellte im Gespräch mit meinem Händler und während der Telefonate mit Patria jedoch nur fest, dass Utopia sich einfach besser verkaufen kann als Patria und Patria die gleichen hochwertigen Komponenten verwendet. Latent habe ich aber das Gefühl, dass Patria deutlich "bastelfähiger" ist und eher auf Sonderwünsche der Kunden eingeht. Das mag auch mit der TÜV-Zertifizierung der Utopia-Räder zu tun haben aber ich für meinen Teil, lege gar keinen Wert auf eine TÜV-Zertifizierung meines Rades - es ist ein Fahrrad und kein Spaceshuttle!
Ohne Umschweife hat mein Händler mir angeboten den Sitzrohrüberstand wegzulassen, da das Oberrohr so etwas höher kommt ohne aber die Rahmenhöhe und somit auch die Oberrohrlänge zu ändern. Außerdem konnte ich den Pumpennippel wegfallen lassen und auch eine Lackierung einiger Anbauteile wurde mir angeboten.
Ich habe das Unternehmen also als äußerst flexibel und kundenfreundlich wahrgenommen.
Da ich keine Waage habe, kann ich das Rad nicht wiegen, würde es aber auf ca. 14kg schätzen - also eigentlich recht leicht und im Alltag gut zu handhaben.Fazit:
Mein Ziel war das Rad so unscheinbar wie möglich zu halten, was bei dieser Komponentenauswahl und vor allem auch Farbwahl natürlich nicht so einfach ist. Ich habe das Rad komplett ohne Dekor geordert (es fehlt also der Patria-Markenaufdruck und die "Kühlerfigur") und auch die silbernen Anbauteile tun ihr übriges das Rad "gewöhnlicher" aussehen zu lassen. Zudem denke ich mir, dass Ballonreifen nicht als sexy gelten und auch der Kettenschutz lässt das Rad konservativer aussehen. Das geübte Auge erkennt natürlich immer noch die Rohloff-Nabe, den Nabendynamo und den Scheinwerfer und kann sich dann einen Reim drauf machen, aber hoffen wir mal, dass das nicht passiert oder er am Schloss scheitert!
Gesichert ist das Rad mit einem Kryptonite Kettenschloss und einem einfachen Bügelschloss. Natürlich ist das Rad auch versichert, aber das soll ja nur der Notnagel sein.
Ich bin sehr zufrieden mit dem Fahrrad und würde es in dieser Konfiguration auch wieder kaufen. Ich bin froh mich gegen Utopia entschieden zusammen, glaube aber dass ich auch mit VSF oder dem Stevens umgerüstet auf Rohloff zufrieden gewesen wäre.Wenn ihr noch Fragen habt oder etwas spoezielles wissen möchtet, immer her damit!
Der Preis ist natürlich etwas happig aber ich habe vor das Fahrrad jetzt so lange zu farehn, bis es mir unterm Hintern zusammenbricht.
Viele Grüße und ein großes Danke für eure Hilfe bei der Suche!
Euer SebiGeändert von Sebi_radelt (12.11.2009 um 15:04 Uhr)
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12.11.2009, 15:09 Patria Randonneur 26" #2gereon
Herzlichen Glückwunsch und viel Freude mit dem neuen Bike! Sieht klasse aus!

LG Björn
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08.12.2009, 11:34 Patria Randonneur 26" #3Sebi_radelt
Nachtrag: Hebie Chainglider
Moin zusammen,
ich habe noch einen Nachtrag zum Hebie Chainglider zu machen, den ich in meiner Review ja als eher laut beschrieben habe.
Das laut schleifende Geräusch ist im Normalbetrieb jetzt verschwunden.
Er klappert lediglich noch wenn man Kantsteine drauf oder runterbrettert, bei Kopfsteinpflaster hält sich das Klappern in Grenzen.
Ich denke mal, er ist jetzt einfach eingelaufen.
Gruß,
Bastian
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08.12.2009, 12:01 Patria Randonneur 26" #4koeter1097
Wirklich toller und informativer Beitrag, so was hat leider Seltenheitswert.
Du hast dir ziemlich treffsicher mein Traumrad konfiguriert, nur der Gepäckträger schwebt ein wenig hoch. Den Preis finde ich angemessen, insbesondere unter Berücksichtigung persönlicher Wünsche.
Leider fahre ich fast ausschließlich "Alltag", da fährt das Diebstahlrisiko immer mit. Und für die wenigen "Genussfahrten" wäre so ein Rad der Overkill.
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09.12.2009, 10:14 Patria Randonneur 26" #5grandsport
Tolles Rad! Sehr witzig, wie unterschiedlich das Randonneur sein kann. Ich fahre auch ein 26''-Randonneur von Patria, aber mit Kettenschaltung (Tiagra/XT). Aber es sieht völlig anders aus als deins, nicht nur wegend er Farbe (melonengelb). Auch meine Ausfallenden sehen ganz anders aus.
Der Preis ist bestimmt nicht schlecht. Ich habe Patria auch als sehr schnell und flexibel erlebt. Seit fast zwei Jahren fahre ich mein Randonneur und denke, es wird mich in den nächsten 20 Jahren weiter sicher voranbringen. Da ist solch ein Preis in Ordnung, finde ich.
Herzlichen Glückwunsch!
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18.01.2010, 01:43 Patria Randonneur 26" #6Frank der Ältere
Das Klappern beim PATRIA-Hebie-Chainglider-Kettenschutz ist leider echt nervig! Schleifen tut bei mir nichts. Aber mehr gibts bei PATRIA nicht zu meckern - alles erste Wahl. Und das beste Preis-Leistungs-Verhältnis in der Oberklasse.
Bzgl. Customizing war ich allerdings schwer entäuscht: keine Reaktion auf meine Anfragen, null Flexibilität.
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19.01.2010, 10:21 Patria Randonneur 26" #7Sebi_radelt
@Frank: Oh, das wundert mich aber. Was wolltest Du denn customized haben? Meine Wünsche waren ja recht einfach: Pumpennippel weg, kein Branding, ohne Sitzrohrüberstand. Das haben sie gemacht.
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09.02.2010, 19:00 Patria Randonneur 26" #8salzmitgitter
schön und umfangreich. danke
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Single-speed/Fixie - Fahrer =...
Also das mit der TdF kann jeder nachlesen, das ist ja Geschichte, und die Leute, von denen ich spreche, treffe ich regelmäßig so ganz in echt. Für dich ist das also maximal 2. hand :-) Das ist aber...