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Köter sein Radtagebuch

  1. Köter sein Radtagebuch #457
    koeter1097
    Donnerstagmorgen waren wohl doch noch viele Berufspendler unterwegs. Bis Düsseldorf hatte sich die Hütte schon merklich geleert. Und so früh bist Du doch glaube ich ohnehin ungern unterwegs?

    Probiers aus, Andy. Ich werde es immer wieder tun. Selbst wenn es mal Grund gibt, sich zu ärgern - die Erweiterung des Aktionradius ist es wert.
    Geändert von koeter1097 (30.03.2012 um 21:43 Uhr)

  2. Köter sein Radtagebuch #458
    joeycr
    Zitat Zitat von Anrados Beitrag anzeigen
    schöne Tour und Bericht dazu.
    Und erst Die Bilder, blauer Himmel soweit das Auge reicht, man könnte meinen Du wärst im Sommer unterwegs gewesen - Glückpils
    Was mir aber etwas Sorgen macht ist die gute Fahrradabteilauslastung im März mitten in der Woche.
    Was ist da erst los wenn das Wetter mal wirklich gut ist und man Wochenendzeitnah verreisen möchte
    Werde das dann Ende April mal testen und berichten wenn ich die Arh hinauffahre und in Sinzig starte.
    Die Genussradler die den Bach hinabradeln starten übrigens von Blankenheim Wald

    Gruß
    Andy
    Ja, Thomas ist schon ein Glückspilz, und ich schwelge noch immer in Erinnerungen.
    Aber die Ahr hoch ging selbst bei mir bepackt sehr gut, nur das letzte 1/4 war für mich beschwerlich, Du fährst das locker.
    Ich bin mitten in den Vorbereitungen für die große Tour.

  3. Köter sein Radtagebuch #459
    cosybiker
    Zitat Zitat von koeter1097 Beitrag anzeigen
    .... Ich werde es immer wieder tun. Selbst wenn es mal Grund gibt, sich zu ärgern - die Erweiterung des Aktionradius ist es wert.
    Schöner Bericht!
    Was glaubst Du wie es mir geht. Ich habe letztes Jahr die Fahrradmitnahme im Flugzeug getestet.
    Ist auch nicht stressiger als manche Zugfahrt und erhöht den Radius nochmals ungemein!

    Gruß
    Jens

  4. Köter sein Radtagebuch #460
    koeter1097
    40 km Morgenrunde zur Rundsporthalle Wesel. Auf dem Hinweg satter Gegenwind, freundlicherweise hat sich die Windrichtung aber nicht geändert.

    Damit ist der weitgehend trockene und von einer Frühsommerwoche gekrönte März abgerundet. 1.356 Monatskilometer werde ich wohl so schnell nicht mehr erreichen, schon gar nicht in einem März.

    2010: 02.704
    1st: 09.371
    2nd: 39.870
    3rd: 10.992

  5. Köter sein Radtagebuch #461
    koeter1097
    Ich machs kurz: keine Tour im April, 12 Tage Alltag = 513 km.

    2012: 03.217
    1st: 09.884
    2nd: 39.870
    3rd: 10.992

  6. Köter sein Radtagebuch #462
    koeter1097
    90 kurzweilige Kilometer. Heute hänge ich ziemlich in der Uhr

  7. Köter sein Radtagebuch #463
    koeter1097
    2x Aldenrade <-> Hiesfeld, ~ 32 km.

  8. Köter sein Radtagebuch #464
    koeter1097
    Pfingstmontag, 28. Mai 2012, 4.00 Uhr

    Die Elfstedentocht muss in Angriff genommen werden, und ich bin verdammt früh dran. Egal, meine Unruhe lässt mich nicht länger warten. Der Trekker ist gepackt. In der Seitentasche etwas Werkzeug und 3 Liter Eistee, nochmals 1,5 Liter im Flaschenhalter. Die Lenkertasche enthält neben den Startpapieren 10 Scheiben Brot mit Käse, 3 Bratwürste vom vorabendlichen Grillen und zwei holländische Industriefrikadellen, von denen ich irgendwie hoffe, sie nicht essen zu müssen.

    Vom Campingplatz in Workum rolle ich los und stelle fest, dass der gestern aus dem Auto in Augenschein genommene Weg entlang der Bundesstraße nicht ganz so leicht zugänglich ist, wie erhofft. Die löbliche Eigenart unserer niederländischen Nachbarn, Ragwege fernab der Autostraßen zu führen, narrt mich (mal wieder). Nach ein paar hundert Metern Irrungen orientiere ich mich gen Makkum und rolle im Frühnebel durch Felder. Falls es hier Schafe gibt - alles andere wäre ungewöhnlich - sind sie im nahezu ein Meter hohen Dunst nicht zu sehen. Kein Blöken aus dem off schreckt mich auf, wahrscheinlich pennen die Biester noch. Zwei Verfahrer später - mit Deadends in Form irgendwelcher Gehöfte - tauche ich nach 20 km in den Startort Bolsward ein.

    Hier besteht keine Möglichkeit mehr, falsch abzubiegen. Die eintrudelnden Radler werden eindeutig gelotst, u.a. von einem - in Deutschland würde ich sagen: Müllmann - mit schulterlangen, orangefarbenen Haaren, der bereits um 5 Uhr fröhlich hüpfend die Richtung anzeigt.

    Um 05.25 Uhr darf auch ich aus Gruppe 5 durch die Schleuse und bekomme pünktlich um 05.32 Uhr vor dem grandiosen Rathaus von Bolsward den ersten Stempel in meine Papiere.

    Im Ort ist schon ordentlich was los, nicht nur die versprochene Blaskapelle ist unterwegs. Der Volksfestcharakter wird im Laufe des Tages noch zunehmen, doch der Rennradleranteil überrascht mich - 95% oder mehr? Was mache ich hier?

    marcfw hatte mich bei samstagabendlichen Plausch auf dem Campingplatz schon darauf hingewiesen, dass die in der Umgebung zu beobachtenden Rennradler insbesondere deshalb so zahlreich seien, weil sie fürs "Rennen" trainieren. Teilnehmer ohne Fahrradkluft sollen die Ausnahme sein - das kann ich bereits jetzt bestätigen. Ich fahre in Trekkinghemd, -schuhen und ungepolsterter -hose, für letzteres gibt’s ja Brooks. Offensichtlich nehmen einige Leute die Veranstaltung ernster, als ich es tue. Meine Vorbereitung bestand darin, mal zwei Tage nicht zu fahren. Seit ich am Vortag ein Plakat erspäht habe, das die samstägliche Elfstedentocht anpreist, bin ich aber ohnehin wieder beruhigt. Die wird nämlich mit Rollern gefahren, Startzeit 00.00 Uhr, avisierte Ankunft 18.00 Uhr. Mal abgesehen davon, dass "die hier" einen gepflegten Sockenschuss haben müssen - was mit dem Roller geht, muss auch mit dem Fahrrad klappen.

    Dennoch fällt es mir zu Beginn schwer, "meine" Geschwindigkeit zu finden. Die wenigen "Normalos" sind mir ebenso zu langsam, wie mir die bei weitem überwiegenden Rennradlergruppen zu schnell sind. Während der ersten 70 km orientiere ich mich an einer holländischen Mittfünfzigerin, die mit ihrem (immerhin) nabengeschalteten Gazelle Omafiets Heldentaten vollbringt. Wir haben uns einer Truppe angeschlossen, die von einem gemäßigt dahin rollenden Rennradlerpärchen, bestehend aus Vater und Tochter (oder strafgefährdend junger Freundin), angeführt wird. Dass der Tacho nicht mehr unter 25 km/h fällt, stellt so lange kein Problem dar, wie der Tross gleichmäßig rollt. Aber nach jedem Abbremsen, z.B. wegen eines Abzweigs, ziehen die Renner beim Rausbeschleunigen gnadenlos davon. Es braucht einiges an Konzentration, um dran zu bleiben - andernfalls kostet es eine Menge Körner, den Anschluss wieder herzustellen.

    Mehr oder weniger geschlossen fahren wir bis Holwerd, wo es eine Verpflegungsstation gibt. Wasser und Bananen für die Rennradler. Danach sehe ich die Dame nicht mehr.



    ---------- Beitrag hinzugefügt um 19:10 ---------- Vorheriger Beitrag war um 18:52 ----------

    Also suche ich mir nach 70 km neue Begleitung in Form anscheinend zufällig arrangierter Rennradtrupps. Das Tempo steigt, der Tacho pendelt um 30 km/h, und ich fühle mich erstaunlich gut.

    Nach 108 km (für mich: 128 km) trudelt das Rudel in Leeuwarden ein, und hier ist wirklich die Hölle los.



    Kapelle, Livemusik, und natürlich - wie überall entlang der Strecke - geöffnete Kneipen. Auf einer Wiese in Sichtweite des Rathauses falle ich auf. Eistee und Bratwurst statt Energydrink und Powerriegel scheinen auf einige Leute irritierend zu wirken.

    Mir sind solche Befindlichkeiten ziemlich egal, denn ich habe längst andere Sorgen. Die verdammten Seitenbänder der Knie (genauer: heute mal das des rechten Knies), machen mir bereits seit einigen Kilometern Probleme. Noch ist alles im grünen Bereich, aber es ist klar, dass das nicht so bleiben wird.

    Die Tour verläuft in Form einer "8" mit Schnittpunkt im bekannten Bolsward. Bis dahin sinds noch 35 km und ich ziehe ernsthaft in Erwägung, dort auszusteigen. Aber ersma kukken… Also schließe ich mich der nächsten Rennradlertruppe an und fliege weiter Richtung Bolsward.

    Das holländische Volksfest tritt nun immer mehr in den Vordergrund. Nicht nur in großen Städten, sondern auch (oder gerade) in kleinen Dörfern wird mir das bewusst. Schätzungsweise 2/3 der Bewohner sitzen vorm Haus oder in den Vorgärten. Jeder, wirklich jeder wird mit "öööeeiihhhh"-Rufen angefeuert. Auch der unbeteiligte alte Herr, der zufällig mit einem Rollator seines Weges geht.

    Wenn ein Dorf schon keine Kapelle hat, dann wenigstens eine klangstarke Musikanlage im Vorgarten eines Bewohners. Natürlich mit holländischen Schlagern befeuert. Als Sitzgelegenheit wird gerne die Möblierung des Wohnzimmers missbraucht, Sofa und Sessel habe ich mehr als ein Mal gesehen. Allerdings nur ein Sofa zwecks besserer Sicht auf dem Gabelstapler.

    Sonst noch gesehen… Eine Couch im Outback, besetzt mit zwei Bräuten, zumindest ein davon ordentlich dekolletiert. Zapfanlagen in Vorgärten. Wasserstationen für die Fahrer in Vorgärten. Kinder, die an den unvermeidlichen und häufig geöffneten Klappbrücken den wartenden Fahrern (mit deren Erlaubnis) Wasserbomben zwecks Kühlung an den Helm werfen. Überhaupt stehen überall Kinder mit ausgestreckten Händen, um abklatschen zu lassen. Die frisch gewaschenen Äpfel, die uns bei einer Dorfdurchfahrt gereicht werden, schreibe ich der Dorfgemeinschaft zu.

    Die Organisatoren kümmern sich derweil um einen wirklich reibungslosen Ablauf der Veranstaltung. Alle auch nur so eben kritischen Kreuzungsbereiche werden von Ordnern der Tour oder gleich von der Polizei geregelt. Sollte ein Abzweig nicht sofort ins Auge springen, steht dort zusätzlich zum auf der Straße aufgemalten Pfeil ein Einweiser. Ebenso an allen Stellen, wo vom Radweg auf die Straße oder umgekehrt gewechselt werden muss. Und alle halten sich dran.
    Geändert von koeter1097 (31.05.2012 um 14:48 Uhr)

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